Blutdruckwerte verstehen – normal, zu niedrig, zu hoch?

21. März 2018
6 Min.

Die Ermittlung der Blutdruckwerte gehört zum Standardverfahren bei ärztlichen Untersuchungen. Viele Werte werden dem Patienten direkt nach dem Abnehmen der Blutdruckmanschette genannt. Doch was bedeuten die Zahlen? Was ist ein systolischer und was ein diastolischer Wert? Wann liegt ein normaler Blutdruck, wann ein zu hoher oder ein zu niedriger Wert vor? Fragen über Fragen, die wir Ihnen gerne beantworten – unter anderem mithilfe unserer Blutdrucktabelle.

Die normalen Blutdruckwerte

Der Blutdruck gibt die Stärke an, mit der das Blut auf seiner Reise durch den menschlichen Körper auf die Arterien- und Venenwände drückt. Die Blutdruckwerte werden in Form eines systolischen und eines diastolischen Werts angegeben.

Wissenswertes zur Blutdruckmessung

Eine Blutdruckmessung erfolgt für gewöhnlich mithilfe einer Blutdruckmanschette, die am Oberarm angebracht wird. Für Personen, die selbst die Höhe ihres Blutdrucks ermitteln wollen, gibt es elektronische Blutdruckmessgeräte, die meist am Handgelenk angebracht werden. Die Messgeräte sind in Apotheken oder im Fachhandel erhältlich.

Die Maßeinheit ist in der Regel Millimeter Quecksilbersäule (mmHg). Interessant ist auch, dass ein normaler Blutdruck immer altersabhängig ist. Wir haben Ihnen in der folgenden Blutdrucktabelle die für gewöhnlich normalen Blutdruckwerte für die jeweilige Lebensphase zusammengestellt. Bedenken Sie jedoch, dass Ausnahmen die Regel bilden.

Blutdrucktabelle1

LebensstadiumNormaler Blutdruck
Kleinkinder95 zu 60 mmHg
Schulkinder (6 bis 9 Jahre)100 zu 60 mmHg
Schulkinder (9 bis 12 Jahre)110 zu 70 mmHg
Jugendliche und Erwachsene120 zu 80 mmHg
Ältere Personen140 zu 90 mmHg

Blutdruckwerte: Wann ist der Blutdruck zu hoch oder zu niedrig?

Wenn Sie die Blutdrucktabelle betrachten, lässt es sich einfacher nachvollziehen, warum Ärzte nicht pauschal darauf antworten können, was ein normaler Blutdruck ist. Jedoch lässt sich behaupten, dass die meisten erwachsenen Menschen einen normalen Blutdruck haben, wenn dieser in etwa bei 120 zu 80 mmHg liegt.i Einflussfaktoren wie Statur, Geschlecht, Körpergröße oder Fitnesszustand können Gründe dafür sein, weshalb bei manchen Personen auch abweichende Werte als normal angesehen werden.

Niedrige Blutdruckwerte

Ärtzin prüft die Blutdruckwerte ihres Patienten, um einen normalen Blutdruck sicherzustellen

Ein normaler Blutdruck ist meist immer der, der für das jeweilige Lebensstadium erwartet wird. Befindet er sich unter dem Wert, der in der Blutdrucktabelle vorgesehenen ist, handelt es sich um einen niedrigen Blutdruck. Ärzte bezeichnen dieses Erscheinungsbild als Hypotonie. Beim Erwachsenen liegt sie per Definition vor, wenn sich der Blutdruck dauerhaft unter 105 zu 60 mmHg befindet.2 Zu den Symptomen, die bei einer andauernden Hypotonie in Erscheinung treten können, gehören unter anderem: Müdigkeit, Schwindel, Zittrigkeit und Kopfschmerzen. Auch neigen Personen mit niedrigen Blutruckwerten mitunter eher zu Kreislaufbeschwerden.

Hohe Blutdruckwerte

Bei einem zu hohen Blutdruck, der von Medizinern Hypertonie genannt wird, ist genau das Gegenteil der Fall. Die Blutdruckwerte liegen über denen, die für das Alter des Patienten üblich sind – ersichtlich in der Blutdrucktabelle.

Da der Blutdruck auch bei körperlicher Betätigung kurzfristig steigt, sprechen Ärzte nur dann von einer Hypertonie, wenn ein Erwachsener dauerhaft Blutdruckwerte hat, die über 140 zu 90 mmHg liegen.2 Zu den Symptomen, die sich dann bemerkbar machen können, gehören unter anderem Sehstörungen und Nasenbluten. Zudem steigt das Risiko für einen Schlaganfall deutlich an.

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Systolischer und diastolischer Wert

Das Blut in unserem Körper muss in Bewegung bleiben, um Sauerstoff zu allen lebenswichtigen Organen zu transportieren. Diese Aufgabe übernimmt das Herz-Kreislauf-System, mit dessen Hilfe das Blut bis in jede Ecke unseres Körpers befördert wird. Unser Herz übernimmt dabei eine entscheidende Rolle. Das Hohlorgan ist ein Gebilde aus Muskeln, die sich zusammenziehen, um Blut in das Gefäßsystem zu pumpen. Wenn das Blut wieder ins Herz hineinströmen soll, erschlafft die Herzmuskulatur für einen Moment. Durch das abwechselnde An- und Entspannen der Herzmuskulatur wird das Blut Runde für Runde durch den Körper gepumpt – der Blutkreislauf erzeugt in den Gefäßen zugleich den Blutdruck.

Stellen Sie sich zum besseren Verständnis einen Gartenschlauch vor. Der Wasserdruck darin lässt sich mit dem Blutdruck in Ihren Gefäßen vergleichen. Bei der Ermittlung von Blutdruckwerten werden zwei Zustände gemessen. Zum einen der Moment, in dem sich die Herzmuskeln zusammenziehen und Blut in die Gefäße pumpen – Wasser strömt vermehrt in den Gartenschlauch. Zum anderen der Zeitpunkt, ab welchem das Herz entspannt und das Blut in den Gefäßen wieder zu ihm zurückfließt – der Gartenschlauch erschlafft.

Wenn Sie von einem Arzt Ihre Blutdruckwerte mitgeteilt bekommen, nennt dieser Ihnen für gewöhnlich zwei Zahlen. Mit der, die Sie als erstes hören, wird Ihnen der systolische Wert mitgeteilt. Demzufolge ist die nachfolgende Angabe der diastolische Wert. Beim systolischen Wert handelt es sich um den maximalen Druck in Ihren Gefäßen – der Gartenschlauch ist prall mit Wasser gefüllt. Der diastolische Wert ist der minimale Druck, den Ihr Blut auf Ihre Blutbahnen ausübt. Dazu kommt es während der Entspannungsphase der Herzmuskeln, in welcher das Blut wieder zum Herz zurückfließt.

Regina Lopes Bombinho Brandt
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Medizinredakteurin und Kommunikationswissenschaftlerin
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