Blutdruckmessgerät – was Sie wissen sollten

Höchstwahrscheinlich wurde auch Ihnen schon einmal beim Arzt eine Messmanschette um den Arm gelegt. Das Prinzip, das hinter diesem Blutdruckmessgerät steckt, ist äußert raffiniert. Neben der Manschette gibt es jedoch noch weitere Methoden, um den Blutdruck zu messen. Welche sind das? Und wie können Sie Ihren Blutdruck selber messen?

Diese Information über den Körper liefert ein Blutdruckmessgerät

Ärtzin misst den Blutdruck eines älteren Herren mittels Blutdruckmessgerät

Für unseren Körper ist es von großer Bedeutung, dass das Blut fortlaufend zirkuliert. Der rote Lebenssaft ist im Organismus unter anderem für den Transport von Sauerstoff verantwortlich. Unsere Blutgefäße werden ständig durchströmt, um die lebenswichtigen Organe wie Herz, Lunge und Gehirn mit Sauerstoff zu versorgen. Der Druck, den das Blut dabei auf die Wände der Arterien und Venen ausübt, wird auch Blutdruck genannt.


Die Blut-Transportwege durch unseren Körper - Arterien und Venen

Sowohl Arterien als auch Venen sind Blutgefäße. Das Blut fließt in Arterien vom Herzen weg. Es enthält sauerstoffreiches Blut, das zu den verschiedenen Organen in unserem Körper transportiert wird. Die Lungenarterie bildet dabei eine Ausnahme – sie enthält sauerstoffarmes Blut, das sie in die Lunge schickt. Dort wird das Blut wieder mit Sauerstoff angereichert. Venen sind die Gefäße, die sozusagen für den Rückfluss sorgen. Der Körper und die Organe entnehmen dem Blut Sauerstoff und Nährstoffe – danach wird das sauerstoffarme Blut über den Kreislauf wieder zum Herz zurückgeschickt. Das Herz treibt unseren Kreislauf ein Leben lang unermüdlich an und befördert pro Minute etwa fünf Liter Blut durch den Körper1.

Wenn die Blutzirkulation ins Stocken gerät, kann es zu Kreislaufbeschwerden kommen, die sich oftmals durch Schwindel oder Atemnot äußern. Auch ein besonders hoher oder niedriger Blutdruck stellt eine Belastung für den Organismus da. So neigen Menschen, die bei der Blutdruckmessung niedrigere Werte haben, eher zum Kreislaufkollaps.

Blutdruckmessgeräte sind für Mediziner ein wertvolles und wichtiges Instrument. Durch die Blutdruckmessung können anhand der ermittelten Werte viele Aussagen über den gesundheitlichen Zustand eines Patienten getroffen werden. Deshalb gibt es kaum eine ärztliche Untersuchung, bei der kein Blutdruckmessgerät zum Einsatz kommt.

- Anzeige -

Vocorwen Banner

- Anzeige -

Vocorwen Banner

Diese Blutdruckmessgeräte benutzen Ärzte

Im Großen und Ganzen gibt es zwei verschiedene Methoden, um den Blutdruck zu messen. Zum einen die Technik der indirekten Blutdruckmessung und zum anderen die direkte Blutdruckmessung. Die indirekte Messung ist die oben besprochene mittels Messgerät. Im Gegensatz dazu wird bei der direkten eine Drucksonde – eine Art Nadel – zur Ermittlung des Blutdrucks in eine Arterie eingeführt. Praktiziert wird die zuletzt genannte Messmethode im Übrigen eher bei Patienten, die zum Beispiel auf der Intensivstation liegen. Um den Blutdruck indirekt zu messen, kommen die Finger (palpatorische Blutdruckmessung) oder eine Messmanschette zum Einsatz.

Blutdruckmessgerät – auch die Finger können eines sein

Ausschließlich mit den Fingern ist das Blutdruckmessen nicht möglich - sie können aber einen Teil der Technik eines Blutdruckmessgeräts ersetzen. Außer der Hand wird eine Manschette benötigt, die für gewöhnlich am Arm angebracht wird. Während des Aufpumpens wird mit den Fingern der Puls am Unterarm ertastet. Wenn dieser nicht mehr spürbar ist, wurde der maximale Druck des Bluts auf die Gefäße ermittelt. Der minimale Druck kann mit dieser Variante der Blutdruckmessung indes nicht herausgefunden werden.

Die Manschette – ein beliebtes Blutdruckmessgerät

Sicherlich ist Ihnen das Vorgehen beim Blutdruckmessen mit einer Manschette aus Patientenperspektive bereits bekannt. Die Blutdruckmessung mit diesem Blutdruckmessgerät funktioniert auf diese Art und Weiße:

  • Aufpumpen der Manschette: Ein Schlauch verbindet die Manschette mit einem Manometer – das Messgerät mit der Zahlen-Anzeige. Wenn dieses mit der Hand zusammengedrückt wird, strömt Luft ein; das Aufpumpen der Manschette erfolgt.
  • Blutflussunterbrechung: Beim Blutdruckmessen wird die Manschette so lange aufgeblasen bis der Druck auf den Arm und seine Arterien so stark ist, dass der Blutfluss kurzzeitig unterbrochen wird.
  • Stethoskop-Einsatz: Mit einem Stethoskop – das Abhörgerät mit der kleinen Scheibe, das Ärzte meistens um den Hals hängen haben – können Strömungsgeräusche abgehört werden. Ist der Blutfluss aufgrund der aufgepumpten Manschette unterbrochen, sind auch keine Strömungsgeräusche mehr wahrnehmbar.
  • Prüfung der Strömungsgeräusche: Mit einem Ablassventil wird die Luft wieder aus der Manschette gelassen. Sobald der Manschettendruck so stark ist, wie der maximale Druck des Blutes auf die Gefäßwand – systolischer Druck – fließt das Blut wieder. Jedoch nicht stetig, weil der Druck der noch nicht ganz luftleeren Manschette höher ist als der minimale, diastolische Druck, den das Blut auf die Gefäßwand ausübt. Das unregelmäßige Weiterfließen hört sich mit einem Stethoskop wie ein Klopfen an – die sogenannten Korotkow-Töne.
  • Verhallen der Korotkow-Töne: Bei der Blutdruckmessung bleibt das Ventil weiterhin geöffnet. Der Arzt erfasst auf der Skala nun den Wert, ab dem keine Korotkow-Töne mehr zu hören sind. Dies ist der Fall, wenn der Manschettendruck niedriger ist als der diastolische Druck. Das Blut strömt nun wieder normal.

Die zwei Werte, die Patienten nach dem Abnehmen des Blutdruckmessgeräts mitgeteilt bekommen, sind der systolische und der diastolische Wert. Es handelt sich also um den Druck, der während der Blutdruckmessung vorherrscht, wenn die Korotkow-Töne beginnen und wenn sie wieder verstummt sind.

Wissenswert

Eine Messmanschette muss nicht immer am Oberarm angebracht werden. Wenn dieser zum Beispiel gebrochen ist, besteht auch die Möglichkeit, sie am Oberschenkel zu platzieren.

Zudem kann eine Blutdruckmessung auch elektronisch erfolgen. Der Unterschied zur Manschette, die von Hand aufgepumpt wird, besteht hier darin, dass die Korotkow-Töne vom Blutdruckmessgerät selbst wahrgenommen werden und der systolische und diastolische Wert nach dem Messen auf einem Display erscheinen.

So können Sie Ihren Blutdruck selber messen

Wenn Sie ihren Blutdruck selber messen möchten, können Sie sich – zum Beispiel in der Apotheke – ein elektronisches Blutdruckmessgerät kaufen. Beliebt und einfach zu handhaben sind beispielsweise Blutdruckmessgeräte, die am Handgelenk anzubringen sind.

Damit Ihr Messergebnis nicht verfälscht wird, können Sie unter anderem diese Punkte beachten:

  • Spannen Sie beim Blutdruckmessen Ihre Muskeln nicht an. Am besten legen Sie Ihren Arm locker auf einem Tisch ab.
  • Machen Sie die Stelle frei, an der Sie Ihren Blutdruck messen wollen. Entfernen Sie beengende Kleidung.
  • Achten Sie darauf, dass Sie vor dem Anlegen des Blutdruckmessgeräts eine Ruhepause von circa fünfzehn Minuten hatten2.
Wenn Sie sich sportlich betätigt haben oder eine Treppe hinaufgelaufen sind, ist es ganz normal, dass der Blutdruck etwas steigt. Bei Anstrengung muss das Herz vermehrt Blut durch die Gefäße pumpen. Nach etwa einer Viertelstunde normalisieren sich die Blutdruckwerte in der Regel jedoch wieder. Erst wenn dies geschehen ist, sollten Sie damit beginnen, Ihren Blutdruck selber zu messen.

Auch interessant: Mehr zum Thema Blutdruck und Puls >>

Vocorwen® Tropfen: Kreislaufbeschwerden homöopathisch behandelnAnzeige >>

1Internisten im Netz. Wichtige Begriffe rund ums Herz. URL: https://www.internisten-im-netz.de/fachgebiete/kardiologie-herz-kreislauf/begriffe-rund-ums-herz/ (15.3.2018)
2Menche, Nicole: Pflege Heute. Lehrbuch für Pflegeberufe. München: Elsevier 62014. S. 360.