Bluthochdruck: Gefahr für das Herz-Kreislauf-System

Der Bluthochdruck (Hypertonie) ist besonders in den Industrienationen weit verbreitet. Bundesweit ist durchschnittlich jeder Zweite über 55 Jahren von dieser Herz-Kreislauf-Erkrankung betroffen.1 Da ein erhöhter Blutdruck in der Regel zunächst keine Beschwerden verursacht, bleibt er oftmals lange unbemerkt – mit Folgen für lebenswichtige Organe wie Herz, Gehirn und Nieren.

Den Bluthochdruck erkennen: Symptome und Warnzeichen

Hypertonie: Arzt misst, ob Patientin unter Bluthochdruck leidet

Der Blutdruck beschreibt den Druck im Inneren der Gefäße. Ein normaler Wert liegt bei etwa 120 zu 80 mmHg (Millimeter Quecksilbersäule), während ein Blutdruck ab etwa 140 zu 90 mmHg als erhöht gilt.2 Die Hypertonie kommt häufig schleichend, sodass ein Erkennen nicht immer einfach ist.





Trotz allem gibt es Warnsignale des Körpers, die auf einen hohen Blutdruck hindeuten können:

  • Ein- und Durchschlafstörungen
  • innere Unruhe
  • Ohrensausen, Geräusche im Ohr
  • Kopfschmerzen bei körperlicher und/oder psychischer Belastung
  • Schwindelgefühl bei Anstrengung
  • bei Männern: Erektionsstörungen

Auch typische Symptome einer Herzerkrankung – wie Atemnot, Brustschmerzen, Engegefühl in der Brust oder Herzrhythmusstörungen – können auf einen Bluthochdruck hindeuten.3

Hätten Sie es gewusst? Bei Frauen in den Wechseljahren (Klimakterium) kommt es aufgrund der hormonellen Umstellung besonders häufig zu Kreislaufproblemen. Ein zu niedriger oder zu hoher Blutdruck und die mit der Kreislaufschwäche einhergehenden Symptome wie Schwindel und Schweißausbrüche sind die Folgen.

Die möglichen Ursachen der Hypertonie

Die Auslöser für den Bluthochdruck sind unterteilt in beeinflussbare und nicht beeinflussbare Faktoren. Nicht zu beeinflussen ist eine bestehende erbliche Veranlagung und die Tatsache, dass ein erhöhter Blutdruck mit zunehmendem Alter – bedingt durch die körperlichen Veränderungen – häufiger auftritt. Zu den beeinflussbaren Faktoren zählen unter anderem:

  • mangelnde körperliche Bewegung
  • Übergewicht
  • erhöhter Konsum von Salz
  • lange Stressphasen
  • Nikotin- und Alkoholkonsum

Je länger einem ungesunden Lebensstil gefrönt wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung einer Hypertonie. Daher gehören zu den wichtigsten Vorbeugungsmaßnahmen eine gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und die Vermeidung von Stress.

Die Risiken eines unerkannten hohen Blutdrucks

Weltweit sind laut dem Robert Koch Institut jährlich etwa 9,4 Millionen Todesfälle auf einen zu hohen Blutdruck zurückzuführen.4 Dies liegt daran, dass die Hypertonie längerfristig zu schweren Organschäden – vor allem an Herz, Gehirn und Nieren – führen kann.

  • Herz: Ein hoher Blutdruck bewirkt, dass unser Herz kräftiger schlagen muss. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, vergrößert sich der Herzmuskel. Dieser kann jedoch aufgrund des schnellen Wachstums nicht mehr ausreichend durchblutet und mit Sauerstoff versorgt werden – das Herz ist unterversorgt und deutlich weniger leistungsfähig.
  • Gehirn: Ein anhaltender Bluthochdruck sorgt für Gefäßschäden und damit für Verengungen der Arterien oder die Bildung von Blutgerinnseln. Führen diese zum Verschluss eines hirnversorgenden Gefäßes, kommt es zum sogenannten Schlaganfall (Apoplex), bei welchem Teile des Gehirns unterversorgt werden und im schlimmsten Fall absterben.
  • Nieren: Diese Organe sind zuständig für die Regulation des Wasserhaushalts und den Abtransport von Stoffwechselabbauprodukten. Da die Nieren von besonders kleinen und zarten Gefäßen durchzogen sind, führt ein erhöhter Blutdruck hier besonders schnell zu Schäden. Es kommt zu einer chronischen Nierenschwäche bis hin zum Nierenversagen.

Auch unsere Augen reagieren sehr empfindlich auf einen Bluthochdruck. Die winzigen Gefäße im Augeninneren können verstopfen oder reißen und es entstehen Unregelmäßigkeiten an der Netzhaut (Hypertensive Retinopathie). Bei einer Untersuchung des Augenhintergrundes kann ein Arzt an den Schäden der Netzhautgefäße (Fundus hypertonicus) erkennen, ob die Hypertonie schon über einen längeren Zeitraum hinweg besteht. Je länger der Bluthochdruck herrscht, desto größer ist die Gefahr, dass auch an anderen Arterien des Körpers bereits in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Erhöhten Blutdruck behandeln: So geht’s

Das primäre Ziel der Behandlung einer Hypertonie ist die Normalisierung des Blutdrucks, um Folgeschäden zu vermeiden. Allgemeine Maßnahmen beziehen sich auf eine Wandlung und Verbesserung der Lebensführung im Bezug auf Ernährung, Bewegung und Stressvermeidung. Auch pflanzliche Mittel zur Blutdruckregulation (zum Beispiel Kreislauftropfen) können eine positive und unterstützende Wirkung haben. In vielen Fällen reichen diese Maßnahmen bereits aus, um den Blutdruck wieder zu stabilisieren. Eine zusätzliche medikamentöse Therapie macht vor allem dann Sinn, wenn der Blutdruck sehr stark erhöht ist. Hier gilt es, das Gefäßsystem und die Organe zu schonen. Gängige Medikamente sind:

  • ACE-Hemmer: wirken gefäßerweiternd und hemmen die Bildung des Blutdruck-erhöhenden Hormons Angiotensin II
  • Diuretika: steigern die Ausscheidung von Salz und Wasser und senken so den Blutdruck
  • Betablocker: hemmen die Wirkung von Stresshormonen wie Adrenalin und senken so Blutdruck und Puls
  • Kalziumantagonisten: setzen die Gefäßspannung herab und wirken so dem Bluthochdruck entgegen

Medikamente gegen Hypertonie werden zu Beginn in niedriger Dosis gegeben und dann kontinuierlich gesteigert. Dieses sogenannte „Einschleichen“ geschieht, um dem Körper die Möglichkeit zu geben, sich langsam auf den neuen Blutdruck einzustellen. Die Umstellung kann bis zu vier Wochen dauern.5

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1Internisten im Netz: Was ist Bluthochdruck? URL: https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/bluthochdruck/was-ist-bluthochdruck/ (11.05.2018).
2Huch, Renate / Jürgens, Klaus-D.: Mensch, Körper, Krankheit. München: Elsevier GmbH 62011. S. 304.
3Internisten im Netz: Bluthochdruck: Warnzeichen & Notfall. URL: https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/bluthochdruck/warnzeichen-notfall.html (11.05.2018).
4Robert Koch Institut: Hypertonie. URL: https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Themen/Chronische_Erkrankungen/Hypertonie/Hypertonie_node.html (11.05.2018).
5Internisten im Netz: Bluthochdruck – Behandlung. URL: https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/bluthochdruck/behandlung.html (12.05.2018).