Schwindel: Wenn sich alles dreht

Es fühlt sich an wie eine Karussellfahrt – nur ohne Karussell. Schwindel kann nicht nur unangenehm sein, sondern Betroffene in ihrem Alltag auch stark einschränken. Erfahren Sie, was niedriger Blutdruck mit Schwindel zu tun hat und wie Sie die Beschwerden behandeln können.

Was ist Schwindel?

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Schwindel, fachsprachlich Vertigo, ist an sich keine eigenständige Krankheit. Er ist vielmehr eine Begleiterscheinung anderer Erkrankungen. Aus diesem Grund gibt es nicht nur eine potentielle Ursache für Schwindelanfälle. In vielen Fällen ist Schwindel aber auf Störungen des Herz-Kreislauf-Systems zurückzuführen, genauer genommen auf einen niedrigen Blutdruck. Wird zu wenig Blut durch den Körper gepumpt, ist das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Das kann wiederum Schwindelanfälle auslösen.

Formen von Schwindel

Bei der Anamnese (systematische Befragung des Patienten) wird der Arzt den Patienten zunächst nach einer Beschreibung des Schwindels fragen. Dadurch kann er das Problem besser verstehen und gegebenenfalls Rückschlüsse auf die Ursache ziehen.

Schwindel, wie ihn der Patient beschreibt:

  • horizontaler Drehschwindel: Betroffene haben das Gefühl, Karussell zu fahren. Entweder die Umgebung oder der eigene Körper dreht sich.
  • senkrechter Drehschwindel: Patienten fühlen sich, als würden sie mit einem Fahrstuhl fahren.
  • Schwankschwindel: Wie auf einem Schiffsdeck bei unruhiger See schwankt der Boden unter den Füßen.
  • Benommenheitsschwindel: Dabei hat der Patient keinerlei Bewegungsillusion, sondern fühlt sich benommen.
  • Lagerungsschwindel: Er tritt häufig bei einem Wechsel von einer sitzenden in eine stehende Position auf. Der Lagerungsschwindel gilt in der Regel als gutartig, da er schnell vergeht und meist keine organischen Ursachen hat.

Andere Ursachen von Lagerungsschwindel:

Er kann zum Beispiel auch infolge von Verletzungen am Kopf auftreten. In diesem Fall lösen sich im Innenohr sogenannte Ohrsteinchen (Otoconien) und gelangen in die Bogengänge. Bei einer Bewegung des Kopfes schwimmen sie in der Lymphflüssigkeit (Endolymphe) und reizen durch ihr Gewicht die Sinneszellen in den Bogengängen. Durchdurch wird dem Gehirn fälschlicher Weise eine Aktion übermittelt. Da die aber nicht mit der tatsächlichen Körperbewegung und den wahrgenommenen Sehreizen übereinstimmt, entsteht Schwindel. Übrigens: Diese Otoconien zerbröseln im hohen Alter, weswegen besonders ältere Menschen unter Lagerungsschwindel leiden.1

Schwindel als Begleiterscheinung von Erkrankungen

Schwindel kann neben anderen Symptomen auch eine Begleiterscheinung folgender Erkrankungen sein:

  • Morbus Menière: Dabei handelt es sich um einen sogenannten Attackenschwindel, der durch einen Überdruck im Innenohr ausgelöst wird und meist in Verbindung mit Tinnitus aufritt. Er äußert sich häufig durch heftigen Drehschwindel und Übelkeit bis hin zu Störungen der Augenbewegung. Stress und eine familiäre Vorbelastung gelten als Auslöser für Morbus Menière.
  • vestibuläre Migräne: Diese Art von Schwindel tritt ebenfalls als Attacke und mit Begleiterscheinungen wie Übelkeit sowie, Licht- und Lärmempfindlichkeit auf. Die Symptome ähneln denen einer klassischen Migräne.
  • Neuritis vestibularis: Diese Schwindelanfälle äußern sich in Form von anhaltendem Drehschwindel. Der Auslöser ist meist eine Entzündung des Gleichgewichtsnervs, die sich auf das Gleichgewichtsorgan auswirkt.
  • Psychogener Schwindel: Patienten mit psychogenem Schwindel haben einen unsicheren Gang und neigen zum Hinfallen. Ausgelöst wird diese Art durch psychische Belastungen, wie etwa Stress oder Phobien zum Beispiel beim Überqueren einer hohen Brücke. Begleitsymptome wie Übelkeit oder Erbrechen sind in diesem Fall selten.

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Je nach Form unterscheidet sich der Schwindel in Dauer und Intensität. Wenn der Lagerungsschwindel nicht in Verbindung mit einer Verletzung des Innenohrs steht, ist keine besondere Behandlung nötig. Andere Arten, wie etwa die vestibuläre Migräne, sollten dagegen dringend von einem Arzt untersucht werden.

Die Ursachen von Schwindel

Die Ursachen für Schwindelanfälle sind vielfältig. Da Schwindel als Begleiterscheinung auftritt, ist es wichtig, die tatsächliche Erkrankung ausfindig zu machen.

Welche Ursachen sind geläufig?

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Kreislaufprobleme, zum Beispiel in Form von niedrigem Blutdruck, können für Schwindel verantwortlich sein. Auch andere Krankheiten wie Herzinsuffizienz oder Herzrhythmusstörungen sind möglich.
  • Erkrankungen des Gleichgewichtsorgans: Diese Erkrankungen im Innenohr oder Entzündungen des Gleichgewichtsnervs können schwere Schwindelanfälle auslösen. Auch eine Verletzung der Gleichgewichtsnerven im Hirnstamm oder des Kleinhirns ist möglich.
  • psychische Störungen: Angstzustände, Panikattacken und Stress sind bekannte Trigger für Schwindel.
  • Medikamente: Es gibt einige schwindelerregende Medikamente wie zum Beispiel Antiallergika oder Antibiotika. Diese Nebenwirkung ist üblicherweise im Beipackzettel erwähnt.
  • Alkohol: Das berühmte „eine Glas zu viel“ löst unter Umständen Schwindel aus. Dieser kann auch noch am nächsten Tag auftreten.
  • Sehstörungen: Da das Gleichgewichtszentrum mit mehreren Verarbeitungsorganen der Augen verknüpft ist – wie zum Beispiel dem visuellen Cortex, einem Teil der Großhirnrinde –, können Sehstörungen wie der Grauer Star zu Schwindelanfällen führen.
Darüber hinaus gibt es weitere mögliche Ursachen wie neurologische Störungen oder Wohngifte beispielsweise Schimmel. Insgesamt kann sich die Ursachenforschung bei Schwindelanfällen als durchaus schwierig erweisen, da es zahlreiche potentielle Auslöser gibt.

Behandlung von Vertigo

Wenn ein niedriger Blutdruck die Ursache von Schwindel ist, kann eine Behandlung meist zu schnellen Erfolgen führen. Allerdings gilt es auch dann, den eigentlichen Grund für die Kreislaufschwäche herauszufinden.

Mögliche Behandlungsmethoden bei Schwindel durch niedrigen Blutdruck:

  • Kreislauftropfen: Der Vorteil von Kreislauftropfen ist, dass deren Wirkung durch die flüssige Verabreichungsform meistens relativ schnell eintritt.
  • Homöopathie: Es gibt bestimmte Pflanzen, wie zum Bespiel Kampfer und Weißdorn, die blutdruckregulierend wirken. Sie sind häufig Bestandteil homöopathischer Produkte. Die enthaltenen Wirkstoffe sind besonders niedrig dosiert. Diese gibt es im Übrigen als Tabletten sowie Tropfen.
  • Hausmittel: Kneippen zum Beispiel lässt sich auch zuhause unkompliziert umsetzen und kann den Kreislauf ordentlich in Schwung bringen und die Schwindelanfälle aus der Welt schaffen. Andere Hausmittel wie Akupressur oder ätherische Öle gelten ebenfalls als Behandlungsmöglichkeit von Schwindel.
  • Kreislauf stärken: Regelmäßiges Herz-Kreislauf-Training stärkt das Herz, sodass der Körper nicht mehr so anfällig für Schwindel ist. Auch Faktoren wie Stress und Atmung beeinflussen den Kreislauf.

Bevor Sie eine der aufgeführten Methoden ausprobieren, sollten Sie auf jeden Fall Ihren Arzt aufsuchen. Denn wenn der Schwindel beispielsweise durch eine Sehstörung bedingt ist, dann bringt Ihnen das Herz-Kreislauf-Training wahrscheinlich genauso wenig wie die Akupressur. Darüber hinaus kann eine falsche Behandlung sogar schwerwiegende Folgen haben. Besser: Lassen Sie sich gründlich untersuchen, damit Sie die richtige Behandlung erhalten. Erste Anlaufstelle ist Ihr Hausarzt, der Sie bei Bedarf an den entsprechenden Spezialisten überweist.

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1Max-Planck-Gesellschaft: Gleichgewicht auf Staub gebaut. URL: https://www.mpg.de/798742/W004_Materie-Technik_072-079.pdf (Stand: 14.03.2018).