Vasovagale Synkope und andere Arten von Ohnmacht

Bei einer Ohnmacht – der medizinische Fachausdruck lautet Synkope – verlieren Betroffene in der Regel nur für kurze Zeit ihr Bewusstsein. Eine Synkope entsteht im Allgemeinen, weil das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff oder Blut versorgt wird, was wiederum mehrere Ursachen haben kann. Aber welche verschiedenen Arten einer Ohnmacht gibt es? Und was ist der Unterschied zwischen einer vasovagalen, einer orthostatischen, einer neurokardiogenen Synkope und einer Hustensynkope?

Vasovagale Synkope: Die häufigste Ursache der kurzzeitigen Bewusstlosigkeit

Junges Mädchen sitzt erschöpft in der Wiese, da Sie unter einer vasovagalen Synkope leidet

Wenn Betroffene an einer Ohnmacht leiden, handelt es sich in der Mehrzahl der Fälle um eine vasovagale Synkope. Bei dieser Variante der Synkope ist man nur für eine kurze Zeit ohne Bewusstsein.

Hervorgerufen wird die vasovagale Synkope dadurch, dass es zu einem Ungleichgewicht im vegetativen Nervensystem kommt. Eine vasovagale Synkope wird auch als Reflexsynkope bezeichnet. Dies liegt daran, dass unser Organismus im Allgemeinen und unser Herz-Kreislauf-System im Speziellen auf äußere Reize übersteigert – also reflexartig – reagiert. In der Folge hemmt dies den Sympathikus, sodass Blut absinkt und das Gehirn unterversorgt ist.

Ein zu heftiges Husten (Hustensynkope) oder Schnäuzen der Nase kann dabei genauso diese Form der Ohnmacht auslösen, wie beispielsweise

  • ein Schreckmoment,
  • zu schnelles Drehen des Kopfes,
  • zu langes Stehen,
  • zu starkes Pressen beim Gang auf die Toilette oder
  • eine zu hohe körperliche Belastung.

Das Gute an der vasovagalen Synkope ist, dass die meisten Experten sie für ungefährlich halten. Betroffen sind meist junge Menschen, die lediglich die Warnzeichen ihres Körpers – wie Schwindel oder Schweißausbrüche, zum Beispiel bei starker körperlicher Beanspruchung – ernst nehmen und das ohnmachtsauslösende Verhalten einstellen müssen, um eine künftige Synkope zu verhindern. Deswegen ist die Vermeidungsstrategie bei der vasovagalen Synkope die beste Vorbeugung und gleichzeitig der zielführendste Behandlungsweg.

Im Konkreten bedeutet das zum Beispiel auf zu heftiges Pressen, Husten, Schnäuzen oder andere gefährliche Reize von außen – wie Genussmittel – zu verzichten. Bleiben Sie nicht zu lange am Stück stehen oder überkreuzen Sie dabei regelmäßig Ihre Beine, da dies der vasovagalen Synkope vorbeugt. Wenn sich eine Ohnmacht durch Symptome – wie einer vorherigen Benommenheit – bei Ihnen bemerkbar macht, steuern Sie dagegen. Gehen Sie zum Beispiel an die frische Luft, weil diese Maßnahme meist schon ausreicht, dass es Ihnen besser geht und es gar nicht erst zu einer vasovagalen Synkope im Allgemeinen oder einer Hustensynkope im Speziellen kommt.

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Orthostatische Synkope bei zu schnellem Aufstehen

Der Begriff der Orthostase bezeichnet in der Medizin die aufrechte Körperhaltung. In der Übertragung bedeutet dies, dass sich die orthostatische Synkope zeigt, wenn man zu schnell aus einer liegenden Position wieder aufsteht. Die Schwerkraft bedingt, dass das Blut, das im Liegen noch gleich verteilt im Körper war, nach unten abfließt und somit im Kopf fehlt. Dies führt zu einer Unterversorgung des Gehirns, also zu der orthostatischen Synkope.

Natürlich werden nicht alle Menschen, die schnell aufstehen, gleich ohnmächtig. Es existieren vielmehr Personengruppen, die anfällig für eine orthostatische Synkope sind, wie beispielsweise Patienten, die einen zu niedrigen Blutdruck haben oder deren Sympathikus nicht richtig arbeitet.

Die orthostatische Synkope kündigt sich im Vorfeld durch die gleichen Symptome an, wie beispielsweise die vasovagale Synkope. Das heißt, dass es zuvor zu

  • Schwindelanfällen,
  • starkem Herzklopfen bis Herzrasen sowie
  • zu Schweißausbrüchen oder
  • Schmerzen in der Brust kommen kann.

Eine Besonderheit der orthostatischen Synkope ist, dass Betroffene meist Krampfadern (Varizen) an den Beinen haben. Diese speichern zusätzlich Flüssigkeit, sodass auch mehr Blut beim Aufstehen in die Beine abfließen kann.

Bei der orthostatischen Synkope steht die Behandlung der zugrundeliegenden Krankheit im Fokus. Die Einnahme von Arzneien dient zum Beispiel dem Zweck, den Blutdruck zu normalisieren. Dazu empfiehlt es sich prophylaktisch, den Kopf im Liegen etwas höher zu legen, da dann beim Aufstehen der Unterschied nicht ganz so groß ist.

Neurokardiogene Synkope: Ein Fall für den Arzt

Eine neurokardiogene Synkope ist die mit Abstand gefährlichste Form einer Ohnmacht, denn diese bedroht mitunter das Leben der Betroffenen. Der Herzrhythmus ist gestört, da das überlebenswichtige Organ zu schnell oder zu langsam schlägt. Dies kann wiederum auf eine Vielzahl von Gefäßerkrankungen oder Herzkrankheiten – wie beispielsweise ein Herzklappenfehler oder ein Myxom (gutartiger Tumor) – zurückzuführen sein.

Sollten man also zu den gewöhnlichen Vorboten einer Synkope zusätzlich ein starkes Druckgefühl in der Brust oder kalten Schweiß verspüren, sollte man schnellstens ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Mitunter ist es sogar von Vorteil, den Notruf zu wählen, denn die beschriebenen Symptome können ein Indiz dafür sein, dass beispielsweise ein Infarkt kurz bevorsteht und in diesem Fall zählt jede Minute.

Auch wenn die neurokardiogene Synkope eher selten ist, suchen Sie im Zweifel lieber einen Arzt auf, der den Ursachen Ihrer Beschwerden auf den Grund geht und diese zielführend behandelt.

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