Ein Alarmsignal des Darms: So hängen Durchfall und Schwindelgefühl zusammen

17. Januar 2019
7 Min.

Ein Schwindelgefühl steigt in den Kopf und bringt die Welt durcheinander. Oft kann die Ursache für den Schwindel jedoch viel tiefer liegen: Durchfall belastet nicht nur den Verdauungstrakt, sondern entzieht dem Organismus wichtige Mineralsalze und Flüssigkeit. Dabei ist der Körper schnell überlastet von den Auswirkungen einer bestehenden Erkrankung sowie einem schweren Flüssigkeitsmangel. Durchfall hängt also auch mit dem Kreislauf zusammen. Erfahren Sie hier, welche Symptome bei Durchfall neben Kreislaufproblemen noch auftreten können und was die möglichen Ursachen sind.

Schwäche, Fieber und Schwindelgefühl – Symptome von Durchfall

An Durchfall und Schwindelgefühl leidende Frau steht vor der Toilette und fasst sich an den Unterbauch.

Durchfall – auch Diarrhö genannt – ist keine Krankheit, sondern, wie Probleme mit dem Kreislauf, ein Anzeichen dafür, dass der Körper mit einer Infektion oder einem anderen Problem kämpft. Eine Diarrhö zeigt sich grundsätzlich durch folgende Merkmale:

  • zu häufige Stuhlentleerung, die öfter als dreimal täglich stattfindet
  • Veränderung der Stuhlbeschaffenheit – die Konsistenz ist breiig bis flüssig
  • erhöhtes Stuhlgewicht von mehr als 250 Gramm täglich1

Während ein akuter Durchfall meist durch Infektionen entsteht und nach circa zwei Wochen wieder abklingt, können entzündliche Erkrankungen im Darm oder hormonelle Störungen einen chronischen Durchfall verursachen. Dieser hält dann länger als zwei Wochen an und beeinträchtigt das Leben der Betroffenen in vielen Fällen enorm.2

Neben der Veränderung des Stuhlgangs kann es bei Durchfall auch zu Schwindel und weiteren Symptomen kommen:

  • Bauchschmerzen (gelegentlich mit Krämpfen)
  • Fieber
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Beimischung von Blut, Schleim und Eiter zum Stuhl
  • Schwächegefühl
  • Flüssigkeitsmangel (Dehydration)

Besonders der mit dem Durchfall einhergehende Flüssigkeitsverlust kann sehr gefährlich für den Körper werden. Dies liegt daran, dass neben der Flüssigkeit auch wichtige Mineralstoffe wie Magnesium oder Kalzium ausgeschieden werden — was den Stoffwechsel beeinträchtigt und den Erkrankten schwächt.

Die Ursachen für Durchfall

Ein Durchfall, der auch zu Problemen mit dem Kreislauf führen kann, wird häufig durch eine Infektion mit Viren (zum Beispiel Rota- oder Noroviren) oder Bakterien (beispielsweise Salmonellen, Escherichia coli, Campylobacter) ausgelöst. Diese gelangen nicht selten über verunreinigte Nahrung in den Magen-Darm-Trakt oder werden während dem Kontakt mit infizierten Menschen übertragen. Händeschütteln oder die gemeinsame Verwendung von öffentlichen Verkehrsmitteln sind mögliche Übertragungswege. Aber auch viele weitere Auslöser verursachen Durchfall:

  • chronische Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa
  • Reizdarmsyndrom
  • hormonelle Störungen
  • Stress und akute psychische Belastungen
  • Nahrungsmittelunverträglichkeit oder Allergie
  • Medikamente wie Antibiotika, welche die Darmflora aus dem Gleichgewicht bringen
  • Vergiftungen
  • Bestrahlungen während einer Krebstherapie, welche die Darmschleimhaut schädigen

Durchfall ist nicht nur sehr unangenehm und schränkt den Alltag stark ein, sondern kann auch gefährlich sein. Wenn der Durchfall und ein Schwindelgefühl länger anhält, Kreislaufprobleme oder Schmerzen auftreten und der starke Verlust von Elektrolyten und Flüssigkeit den Körper schwächt, sollten Sie dringend einen Arzt aufsuchen.

Reisedurchfall

Bei einer Reise in exotische Länder ist Durchfall ein häufiges Problem. Verunreinigtes Wasser, mangelnde Hygienevorschriften und nicht richtig durchgekochte Speisenf können zu einer Infektion mit Cholera, Typhus oder Hepatitis A führen. Wenn Sie also nach einer Reise unter Durchfall leiden, sollten Sie dringend einen Arzt aufsuchen und die Reise ansprechen.

Um sich unterwegs zu schützen, ist regelmäßiges Händewaschen Pflicht. Wasser sollte nur aus versiegelten Flaschen getrunken werden. Zudem empfiehlt es sich zur Sicherheit nur durchgebratene oder -gekochte Speisen zu essen.

Kreislaufprobleme und Durchfall

Bei besonders schwerem und körperlich belastendem Durchfall kommt es häufig zu Kreislaufproblemen und Schwindelgefühl. Dafür ist vor allem der Flüssigkeitsmangel verantwortlich, welcher den Körper austrocknet und die wichtigen Mineralsalze (Elektrolyte) ausspült. Die Funktion des Stoffwechsels wird gestört und der Organismus zeigt sich geschwächt, überfordert und macht schließlich schlapp. Dabei fühlen sich die Erkrankten schläfrig und benommen und es kann sogar zu einem Kreislaufkollaps kommen.

Damit der starke Flüssigkeitsverlust ausgeglichen werden kann, ist es wichtig, viel zu trinken und auch mit Zucker und Salz dem Verlust der Elektrolyte entgegenzuwirken.

Selbst gemachte Elektrolytlösung

Mineralsalze können als Pulver zum Auflösen in der Apotheke gekauft werden. Wer die Lösung aber selbst herstellen möchte, muss 2,5 Gramm Natron, 1,5 Gramm Kaliumchlorid, 3,5 Gramm Kochsalz und 20 Gramm Traubenzucker mischen und in Wasser gelöst trinken.3 Die Zutaten können in jeder Apotheke gekauft werden und helfen dem Körper, bei Durchfall Kraft zu tanken und den Kreislauf stabil zu halten. Auch Salzstangen und gezuckerter Tee sind hilfreich, um Mineralsalze aufzunehmen.

Durchfall schnell und effektiv behandeln

Wenn der Durchfall länger als drei Tage lang andauert, sollten Sie dringend einen Arzt aufsuchen.4 Bei hohem Fieber (ab 39 Grad Celsius), blutigem oder eitrigem Durchfall – besonders nach einer Fernreise – oder, wenn Durchfall und Schwindelgefühl gemeinsam auftreten, heißt es unbedingt: Sofort zum Arzt gehen.4

Da die genaue Diagnose der Ursachen meist sehr zeitaufwendig ist, versorgt der Arzt den Patienten zunächst mit Flüssigkeit und Mineralstoffen als Pulver oder Infusion. Über eine Untersuchung von Stuhl und Blut kann der Auslöser dann in der Regel bestimmt und behandelt werden.

Eventuell sind auch weitere Untersuchungen wie Darmspiegelung, Ultraschall des Darms oder ein spezieller Test auf Lebensmittelunverträglichkeiten wie Laktose- oder Glutenunverträglichkeit sinnvoll. Der behandelnde Mediziner muss dabei die Situation jedes Patienten individuell einschätzen und kann besonders schwere Fälle auch für eine stationäre Behandlung in das Krankenhaus einweisen.

Falls der Durchfall aber unkompliziert und zu Hause auskurierbar ist, sollten Sie sich Ruhe gönnen und leichte Nahrung zu sich nehmen. Verzichten Sie auf Alkohol, fettige, schwere Speisen, Milchprodukte und Fruchtsäfte, um den Darm nicht noch mehr zu belasten. Heiße Brühe, gedünstete Karotten mit Reis und geriebener Apfel sind dagegen leicht und unterstützen den Verdauungstrakt.

Wenn der Durchfall ausgeheilt ist und Kreislauf und Körper wieder fit und stabil sind, können Probiotika (Zubereitungen wie bestimmte Joghurts, die für die Verdauung förderliche Mikroorganismen enthalten) dabei helfen, die Darmflora ins Gleichgewicht zurückzubringen.

Simone Karl
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