Symptome bei Eisenmangel: Kreislaufschwäche und Co.

21. September 2018
6 Min.

Eisen ist ein Spurenelement — also ein Mineralstoff, der vom Menschen in sehr geringen Mengen benötigt wird. Deswegen ist es jedoch keinesfalls entbehrlich. Ganz im Gegenteil: Durch seine bedeutenden Aufgaben bei der Blutbildung, kann ein Mangel schwere Folgen haben. Erfahren Sie hier, welche Symptome bei einem Eisenmangel vorherrschen und welche Auswirkungen er auf den Kreislauf haben kann.

Was ist ein Eisenmangel?

Erschöpfte Frau fasst sich an die Stirn, dies könnte ein Symptom von Eisenmangel sein.

Eisen ist ein wichtiger Bestandteil des Hämoglobins — dem Farbstoff der roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Dieser ist vor allem verantwortlich für den Sauerstofftransport im Blut zu den Organen.

Zu einer unzureichenden Versorgung mit Eisen kommt es beispielsweise durch eine zu geringe Zufuhr über die Ernährung. Aber auch Blutungen im Magen-Darm-Trakt, starke Menstruationsblutungen sowie große Blutverluste nach Operationen oder Unfällen können die Ursache sein. Sobald ein Eisenmangel besteht, sind die Hämoglobinbildung und damit auch der Aufbau neuer roter Blutkörperchen gestört. Dadurch kann es in schweren Fällen sogar zu einer Eisenmangelanämie kommen, einer besonders häufig auftretenden Form der Blutarmut.

Was ist eine Eisenmangelanämie?

Eine Anämie besteht, sobald die Hämoglobinkonzentration im Blut unter 120 Gramm pro Liter bei Frauen und unter 130 Gramm pro Liter bei Männern fällt.1 Häufig sind Anämien durch eine gestörte Produktion von Erythrozyten bedingt, deren Ursache in einem starken Eisenmangel liegen kann. Je weniger Eisen dem Körper zugeführt wird, oder je größer der Verlust über beispielsweise Blutungen ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einer Eisenmangelanämie kommt.

Das Gesamteisen im Körper liegt bei etwa vier Gramm. 65 Prozent davon sind Bestandteil von Hämoglobin, während die anderen 35 Prozent als Speichereisen, Transporteisen oder beispielsweise in eisenhaltigen Enzymen zu finden sind.2 Fällt der Eisengehalt im Organismus unter vier Gramm, können Symptome eines Eisenmangels auftreten.

Eisenmangel-Symptome: Auswirkungen auf Kreislauf und Psyche

Eisen übernimmt nicht nur eine elementare Aufgabe beim Sauerstofftransport, sondern sorgt auch für den Erhalt von Leistungsfähigkeit und Antriebsstärke, indem es die Zellfunktionen unterstützt. Daher ist es nicht verwunderlich, dass es bei einem Eisenmangel zum Auftreten einer Vielzahl von Symptomen kommt:

  • Psyche: Eine Unterversorgung des Organismus mit dem wichtigen Spurenelement kann depressive Verstimmungen, Ängste, innere Unruhe, Konzentrationsschwäche und Lustlosigkeit nach sich ziehen.
  • Kreislauf: Im Zusammenhang mit einem Eisenmangel treten besonders oft Symptome wie Schwindel, Schwäche, Kopfschmerzen, Kurzatmigkeit und Erschöpfung auf. Auch ein zu niedriger Blutdruck ist nicht selten die Folge.

- Anzeige -

Vocorwen Banner

- Anzeige -

Vocorwen Banner

Wichtig zu wissen ist, dass die Symptome des Eisenmangels sich langsam entwickeln. Solange der Eisenspeicher noch gefüllt ist, bleibt das Hämoglobin im Normalbereich und der Sauerstofftransport ist gewährleistet. Erst wenn die Depots aufgebraucht sind, entzieht der Körper dem Blut das Eisen und sorgt so für die typischen Begleiterscheinungen einer Unterversorgung. Während es zunächst nur zu Müdigkeit, Gereiztheit und Vergesslichkeit kommt, treten in einem sehr späten Stadium sogar Herzrasen und Atemnot auf.

Das Pica-Syndrom

Bei einem besonders ausgeprägten Eisenmangel beziehungsweise einer Eisenmangelanämie kann das Pica-Syndrom entstehen. Hierbei werden die Fingernägel sehr dünn und verformen sich. Zudem entwickeln Betroffene häufig ein großes Verlangen nach dem Essen von beispielsweise Erde, Steinen oder Haaren. Vermutet wird, dass die Erkrankten Gelüste auf Gegenstände entwickeln, die den benötigten Mineralstoff beinhalten.

Den Eisenmangel erkennen

Schon bevor der Eisenmangel sich auf Kreislauf und Psyche auswirkt, kann er mit Hilfe eines Blutbildes entdeckt werden. Parameter zur Bestimmung des Eisengehalts sind:

Den Eisenmangel behandeln:

Bei einem akuten Mangel verschreibt der Arzt in der Regel Eisenpräparate, die über einen Zeitraum von sechs Monaten eingenommen werden müssen, um den Speicher wieder zu füllen. Die ersten Besserungen von Beschwerden treten etwa drei bis sechs Wochen nach Beginn der Einnahme auf. Bis dahin kann es hilfreich sein, die Symptome des Eisenmangels (beispielsweise die Kreislaufschwäche) mit der Hilfe von pflanzlichen Präparaten zu mildern.

Den Eisenbedarf decken

Der Eisenbedarf eines gesunden erwachsenen Mannes liegt bei etwa 10 Gramm, der einer Frau bei 15 Gramm pro Tag.3 Frauen haben im Vergleich zu Männern einen höheren Eisenbedarf. Grund dafür ist der monatliche Blutverlust während der Periode. Im Verlauf einer normalen Regelblutung verliert eine Frau etwa 5 bis 80 Milliliter Blut und damit 2 bis 40 Milligramm Eisen.4

Bei einigen Personengruppen muss zudem ein besonderes Augenmerk auf der Eisenversorgung liegen. Hierzu zählen:

  • Schwangere
  • Stillende
  • Vegetarier/Veganer

Der Bedarf einer schwangeren Frau steigt auf 30 Milligramm, der einer stillenden Mutter auf 20 Milligramm Eisen pro Tag an. Verantwortlich dafür ist die zusätzliche Versorgung des Kindes über die Muttermilch oder den mütterlichen Kreislauf. Ein Eisenmangel kann sich hier auch auf die Entwicklung und die Gesundheit des Babys auswirken.

Bei Vegetariern und Veganern hingegen spielt vor allem der Verzicht auf Fleisch eine Rolle. Eisen aus tierischer Nahrung kann vom Körper besser aufgenommen werden als aus pflanzlicher. Daher ist es hier besonders wichtig, auf eine ausreichende Eisenzufuhr über beispielsweise Weizenkleie, Amarant, Kürbiskerne oder Leinsamen zu achten.

Jana Welsner
E-Mail schreiben
Medizinredakteurin und Lebensmitteltechnologin
Themenvorschläge? Anregungen? Schreiben Sie uns!