Magnesiummangel & sein Einfluss auf das Herz

Die Auswirkungen eines Magnesiummangels (Hypomagnesiämie) sind vielfältig, da der wichtige Mineralstoff zahlreiche Aufgaben im Organismus übernimmt. Eine Unterversorgung wirkt sich auf das Nervensystem, den Stoffwechsel und die Festigkeit der Knochen und Zähne aus. Doch auch das menschliche Herz hat bei einem Mangel an Magnesium zu leiden. Wie kommt es dazu?

Der Magnesiummangel und seine Symptome

Diese Nahrungsmittel können bei Magnesiummangel helfen, da sie viel Magnesium enthalten.

Der menschliche Organismus kann Magnesium nicht selbst herstellen, daher muss es über die Nahrung zugeführt werden. Enthalten ist es unter anderem in Vollkornprodukten, Nüssen sowie Hülsenfrüchten. 100 Gramm Weizenkleie enthalten dabei etwa 550 Milligramm Magnesium.1

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. empfiehlt eine tägliche Zufuhr von etwa 350 Milligramm für Männer und 300 Milligramm für Frauen.2 Kommt es zu einem Magnesiummangel, können in verschiedenen Bereichen des Körpers Symptome zutage treten.

  • Muskeln: Muskelkrämpfe (vor allem in den Waden), Verspannungen, Muskelzuckungen
  • Nervensystem: innere Unruhe, Müdigkeit, Spannungskopfschmerz, Schlafstörungen
  • Herz-Kreislauf: Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Durchblutungsstörungen

Etwa 55 Prozent des Magnesiums sind in Knochen und Zähnen gebunden, der Rest befindet sich in der Muskulatur und nur ein winziger Anteil im Blut.3 Das Skelett ist damit der größte Magnesiumspeicher des Körpers.

So relevant ist Magnesium für das Herz

Mehr als 300 biochemische Reaktionen im Körper sind auf Magnesium angewiesen, um reibungslos ablaufen zu können.4 Neben der Stabilisierung von Zellwänden ist es auch an der Bereitstellung von Energie und der Reizübertragung zwischen Nerven und Muskeln beteiligt.

Eine besonders wichtige Aufgabe fällt dem Mineralstoff dabei während der Herzaktion zu. Gemeinsam mit Kalium und Calcium ist er für die Steuerung der Herzmuskelfunktion zuständig. Nur bei einem ausgewogenen Verhältnis dieser drei Nährstoffe, erfolgt ein gleichmäßiger und kräftiger Herzschlag.

Magnesium ist im Herz dabei vor allem für die Entspannung der Muskulatur verantwortlich. Herrscht ein Mangel im Körper, sind die Herzzellen schneller erregbar und der Impuls für einen Herzschlag wird leichter ausgelöst. Die Folge: zusätzliche Schläge und unter Umständen Herzrhythmusstörungen. Dies ist ein Grund, warum bei akuten Störungen der Herzaktion in der Regel ein Blutbild veranlasst wird – nämlich, um den Gehalt an Mineralstoffen zu bestimmen. Bei einer vorliegenden Hypomagnesiämie verordnet der Arzt möglicherweise Magnesium-Präparate zur Unterstützung des Herzens.

Gründe für eine Hypomagnesiämie

Neben einer zu geringen Aufnahme über die Nahrung, können auch weitere Faktoren zu einem Magnesiummangel führen:

  • Erkrankungen des Verdauungstraktes behindern die Aufnahme des Mineralstoffs ins Blut.
  • Bei bestehendem Diabetes mellitus wird verstärkt Magnesium verbraucht und über den Urin ausgeschieden.
  • Medikamente wie Diuretika (harntreibende Mittel), Magensäureblocker oder Abführmittel können die Ausscheidung von Magnesium über den Urin erhöhen oder die Aufnahme im Darm vermindern.
  • Bei einer Nierenerkrankung ist der Verlust von Magnesium über den Urin möglicherweise erhöht.

Es besteht zudem die Annahme, dass der Körper bei Stress vermehrt Magnesium verbraucht, was letztendlich auch zu einer Hypomagnesiämie führen kann.

Leidet die Funktionstüchtigkeit des Herzens aufgrund eines Mangels an Magnesium, wird auch schnell der Kreislauf in Mitleidenschaft gezogen. Oft treten hierbei Schwächegefühl oder Schwindel auf.

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Wie kann ein Magnesiummangel erkannt werden?

Um einem Mangel an Magnesium und damit auch möglichen Funktionsstörungen am Herz vorzubeugen, sollten vor allem Risikopatienten — also beispielsweise Menschen, die Diuretika einnehmen — ihren Magnesiumhaushalt überwachen lassen. Die Problematik dabei: Nur etwa ein Prozent des im Körper vorhandenen Magnesiums befindet sich im Blut.5 Sobald der Magnesiumspiegel sinkt, setzt der Körper den Mineralstoff aus den Knochen und dem Muskelgewebe frei.

Die Folge daraus ist, dass der Magnesiumgehalt im Blut lange Zeit normal zu sein scheint, auch wenn bereits gravierende Mängel in den Zellen auftreten. Der Hausarzt orientiert sich daher nicht nur an der Blutuntersuchung, sondern auch an der bestehenden Symptomatik. Sprechen alle Beschwerden für einen Magnesiummangel, wird die Einnahme des Mineralstoffs empfohlen, auch wenn der Gehalt im Blut noch normal zu sein scheint.

Magnesium einnehmen?

Kann der Bedarf nicht über die Ernährung gedeckt werden, ist es sinnvoll, geeignete Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen. Lassen Sie sich hierzu von Ihrem behandelnden Arzt beraten, denn auch ein Überschuss an Magnesium hat Folgen. Für gewöhnlich werden überflüssige Mengen über den Urin ausgeschieden. In einigen Fällen, und im Zusammenhang mit beispielsweise Nieren- oder Schilddrüsenerkrankungen, kann es jedoch auch zu einem Überschuss kommen. Zu viel Magnesium führt aufgrund einer erschwerten Reizweiterleitung unter anderem ebenfalls zu Rhythmusstörungen des Herzens, niedrigem Blutdruck und Lähmungserscheinungen der Muskulatur.

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1Ganzheitliche Medizin Hendel, Barbara: Magnesium und Ernährung. URL: https://dr-barbara-hendel.de/ganzheitliche-medizin/nahrungsergaenzungen/mineralien/magnesium/magnesium-und-ernaehrung/ (18.09.2018).
2Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.: Magnesium. URL: https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/magnesium/ (13.09.2018).
3Medizinische Hochschule Hannover und Kaufmännische Krankenkasse: Beweglich? Muskel-Skelett-Erkrankungen. Heidelberg: Springer Medizin Verlag 2008. S. 189.
4Thieme: Herzrhythmusstörungen: Magnesiummangel kann tödlich sein. URL: https://www.thieme.de/de/presse/Magnesiummangel-41715.htm (13.09.2018).
5Bleul, Gerhard: Weiterbildung Homöopathie. Stuttgart: Sonntag Verlag 22009. S.163.