Kreislaufprobleme: Symptome eines Schocks erkennen

22. März 2018
6 Min.

Ein Schock ist eine gefürchtete medizinische Komplikation. Verletzungen mit Blutverlust, eine starke allergische Reaktion oder Herzprobleme können beispielsweise einen Schock auslösen. Die Folge: Der Körper zentralisiert das Blut und stellt die Versorgung der Extremitäten ein. Ohne Behandlung kann ein Kreislaufzusammenbruch drohen. Erfahren Sie mehr über die Symptome eines Schocks und seine Auswirkungen auf den Kreislauf.

Die Symptome eines Schocks auf einen Blick

Bei einem Schock kommt es zu einer Reihe charakteristischer Symptome, die auf die körperliche Ausnahmesituation (zum Beispiel ein Trauma) hinweisen. Dazu gehören:

Treten diese Beschwerden auf, ist eine sofortige notärztliche Versorgung dringend notwendig. Ohne Behandlung kann ein Schock – ungeachtet der Ursache – zu einem Multiorganversagen führen und tödlich enden.

Die Ursachen eines Schocks

Ein Schock ist eine Notfallreaktion des Körpers. Das Blutvolumen wird umverteilt und in die Körpermitte geleitet. So wird in einer Notsituation sichergestellt, dass die inneren Organe ausreichend durchblutet sind. Bei einem Schock schüttet das Gehirn bestimmte Botenstoffe – sogenannte Katecholamine – aus. Diese bewirken eine Verengung der feinen Gefäße in den Extremitäten. Arme und Beine sind dadurch weniger stark versorgt und das Blut zentralisiert sich.

Durch diesen Mechanismus kommt es zu einer Sauerstoffunterversorgung in der Peripherie (herzferne Körperbereiche wie Arme und Beine). Außerdem können Stoffwechselprodukte nicht abgebaut werden und sammeln sich im Gewebe. Dies bewirkt aufgrund verschiedener chemischer Prozesse einen gesteigerten Austritt von Flüssigkeit aus den Gefäßen. Das Volumen des Blutes nimmt dadurch weiterhin ab und lebensnotwendige Organe können nicht mehr versorgt werden. Es folgt ein Zusammenbruch des Kreislaufes mit Multiorganversagen.

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Verschiedene Arten des Schocks

Verschiedene Umstände können zu einem Schock führen. Mediziner unterscheiden:

  • Hypovolämischer Schock Innere oder äußere Blutungen oder eine starke Dehydration (Austrocknung) führen zu einem reduzierten Blutvolumen und verursachen die Notfallreaktion des Körpers. Der hypovolämischer Schock (auch als Volumenmangel-Schock bezeichnet) kann Symptom eines Traumas (Verletzung) oder Flüssigkeitsmangels sein.
  • Kardiogener Schock Dieser Schock entsteht, wenn das Herz nicht mehr in der Lage ist, ausreichend Blut in den Kreislauf zu pumpen, um die Organe mit Sauerstoff zu versorgen. Ursache hierfür kann beispielsweise ein Herzinfarkt oder eine Herzmuskelentzündung sein.
  • Anaphylaktischer Schock Eine übersteigerte allergische Reaktion führt zu einem Schockzustand. Das Immunsystem reagiert fälschlicherweise auf einen bestimmten Stoff (Allergen) und setzt Botenstoffe frei, die die Blutgefäße erweitern. Es kommt zu Flüssigkeitsaustritt aus den Gefäßen und zu einem Mangel an Blutvolumen im Körper.
  • Septischer Schock Infolge einer Infektion und einer daraus entstandenen Blutvergiftung (Sepsis), kann es zu einem septischen Schock kommen. Die Ausschüttung spezieller Botenstoffe (Mediatoren) sorgt für eine Weitung der Gefäße und für ein Absacken des Blutes in die Beine. Die Herzleistung sinkt und die Organe werden nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt.
  • Hypoglykämischer Schock Ein Abfall des Blutzuckerspiegels unter eine kritische Grenze (circa 50 Milligramm pro Deziliter) kann zu plötzlicher Bewusstlosigkeit führen. Grund ist ein Energiedefizit des Gehirns, das nicht mehr ausreichend mit Zucker versorgt wird. Bei diesem Schock handelt sich um eine Sonderform, da ein Mangel an Blutzucker und keine Sauerstoffunterversorgung die Ursache ist.

Ein Schock kann damit ein Auslöser für Kreislaufprobleme und einen Kreislaufkollaps sein.

Einen Schock richtig behandeln

Bei Verdacht auf einen Schock ist immer ein Notarzt zu verständigen. Die Behandlung eines Schocks erfolgt nach der jeweiligen Ursache. Dazu benötigt der Arzt möglichst viele Informationen über den Patienten. Wichtig zu wissen ist:

  • Liegt/lag eine Verletzung vor?
  • Gab es einen Unfall?
  • Bestehen Herzkrankheiten?
  • Sind Allergien bekannt?
  • Hat der Betroffene etwas Spezielles gegessen/getrunken?
  • Gab es einen Insektenstich?
  • Kann eine Infektion vorliegen?

Im Anschluss wird der Mediziner den Schockindex bestimmen. Hierbei wird die Pulsfrequenz pro Minute durch den systolischen (oberen) Wert des Blutdrucks geteilt. Ist der Wert höher als 1 (das heißt, der Puls übersteigt den Blutdruck), ist das ein Anzeichen für einen Schock.

Danach gilt es, das Blutvolumen durch Infusionen oder Blutkonserven wieder zu stabilisieren. Bei Herzproblemen können Schmerzmittel und Medikamente zur Steigerung der Herzleistung zum Einsatz kommen. Im Falle einer allergischen Reaktion fährt Kortison das Immunsystems herunter. Einen septischen Schock behandeln Ärzte mit der Gabe von Antibiotika – so werden die Erreger bekämpft.

Notfalltipps: Sofortmaßnahmen bei Schock-Symptomen

ältere Frau mit Kreislaufproblemen fasst sich an die Stirn

Im akuten Notfall ist es wichtig, richtig zu handeln. Zunächst ist der Notarzt zu kontaktieren. Personen, die möglicherweise unter einem Schock leiden, müssen umgehend mit erhöhten Beinen hingelegt werden. Sind Herzprobleme bekannt, sollten nicht die Füße, sondern der Oberkörper hochgelagert werden.

Beengende Kleidung kann entfernt werden, allerdings müssen Maßnahmen gegen eine Unterkühlung erfolgen. Betroffene leiden häufig unter Panik – beruhigendes Einwirken kann die Situation verbessern. Bestehen Blutungen als Symptom eines Traumas, sollten diese gestillt werden, um den Volumenverlust zu minimieren. Kommt es zu einer Ohnmacht, werden entsprechende Erste-Hilfe-Maßnahmen durchgeführt. Ist die Atmung trotz Bewusstlosigkeit stabil, ist die stabile Seitenlage angebracht. Bei einem Aussetzen von Atmung und Herzschlag, sind Wiederbelebungsmaßnahmen wie Herzdruckmassage und Mund-zu-Mund-Beatmung erforderlich, bis der Notarzt eintrifft.

Lisa Vogel
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Freiberufliche Redakteurin
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