Mittel und Wege, um den Blutdruck zu senken

Die Diagnose „Bluthochdruck“ (Hypertonie) kommt für viele Patienten äußerst überraschend. Dies liegt vor allem daran, dass Symptome wie Kopfschmerzen oder innere Unruhe sehr unspezifisch sind und nicht immer dem Blutdruck zugeordnet werden. Doch genau hier liegt die Gefahr: Je länger eine Hypertonie unbehandelt bleibt, desto schwerwiegender sind die Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System. Ist die Diagnose dann erst einmal gestellt, wird in der Regel sofort mit der Behandlung begonnen. Doch wie kann es gelingen, den Blutdruck zu senken?

Die Verwendung blutdrucksenkender Mittel

Bei einer Hypertonie kommt es zu Blutdruckwerten, die weit über dem Normaldruck von 120/80 mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) liegen können.1 Werden sie nicht gesenkt, entstehen auf lange Sicht gesehen Schäden an Gefäßen und Organen wie Herz, Nieren und Gehirn. Gleich nach der Diagnosestellung werden daher blutdrucksenkende Maßnahmen eingeleitet, beispielsweise in Form folgender Mittel:

  • ACE-Hemmer: ACE steht für „Angiotensin Converting Enzym“ (Angiotensin-Umwandlungs-Enzym). Es senkt den Blutdruck, indem es verhindert, dass das Enzym Angiotensin 2, das natürlicherweise im Körper vorkommt, die Blutgefäße verengt — denn je enger die Blutgefäße, desto höher der Blutdruck. Außerdem fördert es die Ausscheidung von Wasser und Salz über die Nieren, sodass das Blutvolumen verringert wird und der Blutdruck sinkt.
  • Diuretika: Diese Medikamente wirken harntreibend und sorgen ebenfalls für eine verstärkte Ausscheidung von Kochsalz und Wasser über die Nieren. In Kombination mit anderen Blutdrucksenkern verstärken sie deren Wirkung.
  • Betablocker: Sie hemmen Stresshormone wie beispielsweise Adrenalin oder Noradrenalin. Das verlangsamt den Puls und senkt den Blutdruck.
  • Kalziumkanalblocker: In Gefäßmuskelzellen gibt es spezielle Kanäle für den Mineralstoff Kalzium, der die Gefäßspannung aufrechterhält. Werden die Kanäle blockiert, lässt die Spannung nach und der Blutdruck sinkt.

Die medikamentöse Behandlung von Bluthochdruck wird von einigen Betroffenen vor allem zu Beginn als belastend erlebt. Dies liegt daran, dass die Blutdrucksenker zunächst für Müdigkeit und Erschöpfung sorgen können. Hat der Körper sich aber erst einmal umgestellt, ist von diesen Begleiterscheinungen in der Regel nicht mehr viel zu spüren.

Pflanzliche Blutdrucksenker

Einige Pflanzen haben eine positive Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System. Hierzu zählt beispielsweise der Weißdorner reguliert sowohl zu niedrigen wie auch zu hohen Blutdruck und gilt daher seit vielen Jahren als geschätztes pflanzliches Mittel bei Kreislaufstörungen. Doch Vorsicht: Ob die Behandlung des Bluthochdrucks allein mit pflanzlichen Mitteln erfolgen kann, muss von einem Facharzt entschieden werden. In vielen Fällen ist die (zusätzliche) Einnahme von Medikamenten jedoch unumgänglich, um Folgeschäden vorzubeugen.

Stress vermeiden — Blutdruck senken

Frau beim Wandern, um durch Bewegung ihren Blutdruck zu senken

Dass zu viel Stress den Blutdruck nicht senkt, sondern ihn erhöht, ist bekannt. Doch wie geschieht das? Eine Stressreaktion gilt als Antwort des Körpers auf eine bestehende Gefahr. Zu Urzeiten, als der Mensch noch Jäger und Sammler war, hat sie — beispielsweise auf der Flucht vor einem Bären — das Überleben gesichert. Sobald das Gehirn eine potenzielle Gefahr registrierte, aktivierte es das Herz-Kreislauf-System: Die Muskulatur wurde stärker durchblutet, Herz- sowie Atemfrequenz erhöhten sich und der Blutdruck stieg an, um zu fliehen oder zu kämpfen. Nach diesem Muster reagiert der Körper auch in der heutigen Zeit noch.

Der menschliche Alltag in der Moderne hält an Stelle von Bären und Säbelzahntigern andere Stressauslöser bereit. Dazu zählen beispielsweise

  • die negative Bewertung durch andere Menschen,
  • der Verlust unseres Arbeitsplatzes,
  • Konflikte und
  • sozialer Abstieg.

Auch eine Trennung sowie die schwere Erkrankung oder der Verlust eines geliebten Menschen lösen starke Stressreaktionen aus.

Je länger sich unser Körper mit dieser Art der Anspannung auseinandersetzen muss, desto größer ist die Gefahr für Beschwerden — beispielsweise einen dauerhaft erhöhten Blutdruck. Daher gilt: Senken Sie Ihren Blutdruck durch das Auflösen von Stresssituationen. Dies kann mit Hilfe der folgenden Maßnahmen gelingen:

  • Unterstützung suchen: Nicht jedes Problem muss von einer einzelnen Person gelöst werden. Bitten Sie um Hilfe im Arbeitsumfeld oder in der Familie und im Freundeskreis. Auch das Gespräch mit einem Coach im professionellen Rahmen kann Problemlösungen aufzeigen.
  • Für sich selbst sorgen: Auszeiten sind wichtig! Um das Stresslevel und den Blutdruck wieder zu senken, muss Raum zum Durchatmen und Entspannen bleiben. Tragen Sie sich in Ihrem Kalender Zeiten ein, in denen Sie sich nur um sich selbst kümmern. Lesen, Spazierengehen oder ein gemütliches Treffen mit Freunden: Erlaubt ist, was gut tut.

Versuchen Sie möglichst, der Entstehung von Stress schon frühzeitig vorzubeugen, um nicht auf blutdrucksenkende Mittel angewiesen zu sein.

Behandlung von Bluthochdruck mit Sport: So geht’s

Körperliche Bewegung als blutdrucksenkendes Mittel sollte für jeden Betroffenen mit zur Therapie gehören — allerdings in adäquater Form. Bei der Wahl der Sportart ist es wichtig darauf zu achten, dass sie möglichst kontinuierliche, rhythmische Bewegungen enthält und zu einem regelmäßigen Puls und gleichmäßiger Atmung führt. Besonders eignen sich hierfür unter anderem:

  • Schwimmen
  • Skilanglauf
  • Wandern
  • Radfahren

Sportarten, die mit kurzem, großen Krafteinsatz (wie intensives Gewichtheben) und besonders schnellen Bewegungen (zum Beispiel Handball) verbunden sind, treiben den Blutdruck noch weiter in die Höhe. Vor Aufnahme der sportlichen Aktivitäten sollte unbedingt der behandelnde Arzt mit einbezogen werden. Nach neuesten Forschungsergebnissen kann regelmäßiges Ausdauertraining bei Menschen mit leichter Hypertonie den Blutdruck in ähnlichem Ausmaß senken wie eine medikamentöse Therapie.2

Blutdruck senken über die Ernährung

Einige Lebensmittel gelten als natürliche Blutdrucksenker, so beispielsweise der Rote-Beete-Saft. Vermutet wird, dass er aufgrund seines hohen Nitrat-Gehalts entspannend auf die Arterien wirkt und so bei Hypertonikern zum Blutdruckabfall führt.

Viel wichtiger ist es jedoch, Übergewicht zu vermeiden und den Kochsalzkonsum bei unter sechs Gramm täglich3 zu halten, da ein erhöhtes Körpergewicht sowie zu viel Salz als große Risikofaktoren für Bluthochdruck gelten.

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1Barmer: Hohen Blutdruck senken. URL: https://www.barmer.de/blob/8580/ea0721a069d18304d27c28ffd86ebb96/data/hohen-blutdruck-senken-626990.pdf (07.06.2018).
2Ärztezeitung: Sport für Hypertoniker? URL: https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/herzkreislauf/bluthochdruck/article/355926/sport-hypertoniker-ja-aber-tuecke-liegt-detail.html (19.07.2018).
3Deutsche Hochdruckliga e.V.: Altes und Neues vom Salz. URL: https://www.hochdruckliga.de/altes-und-neues-vom-salz.html (08.06.2018).