Kreislaufprobleme bei wechselhaftem Wetter

Viele Menschen haben Kreislaufprobleme, sobald sich das Wetter abrupt ändert. Dies ist besonders häufig im Sommer der Fall, wenn beispielsweise die Luftfeuchtigkeit sehr hoch ist und ein Hochdruckgebiet durch atlantische Tiefausläufer abgelöst wird. Ein solcher Wetterumschwung macht sich dann schnell über den Kreislauf bemerkbar, indem unter anderem Schwindel im Kopf entsteht. Welche weiteren Symptome und Kreislaufprobleme mit einem sich verändernden Wetter einhergehen, verraten wir Ihnen im Folgenden. Außerdem erfahren Sie, warum sich ein Wetterumschwung auf den Kreislauf auswirkt und, wie Sie in einem solchen Fall am besten reagieren.

Aus welchen Gründen wirkt sich ein Wetterumschwung auf den Kreislauf aus?

Junger Mann leidet an Schwindel und Kreislaufproblemen aufgrund des Wetterumschwungs

Besonders in Deutschland gibt es eine große Beständigkeit im Wetter und das ist das Unbeständige: Hochdruckwetterlagen bauen sich innerhalb weniger Tage auf, halten meistens höchstens genauso lange an und werden nach kurzer Zeit von Tiefdruckgebieten – die sich in Form von Niederschlägen und/oder starken Winden zeigen – wieder abgelöst. Und dieser Vorgang wiederholt sich meist in kurzen Abständen und ist nicht selten mit starken Temperaturschwankungen und Luftdruckunterschieden verbunden. Da ist es nicht verwunderlich, dass ein solcher Wetterumschwung den Organismus im Allgemeinen und den Kreislauf im Speziellen belastet. Denn bei niedrigeren Temperaturen weiten sich die Gefäße beispielsweise langsamer als bei höheren Temperaturen, auf was sich der Blutdruck erst einmal einstellen muss.

Schon gewusst?

Auch ein gleichbleibendes Wetter ruft Kreislaufprobleme hervor. Denken Sie beispielsweise an die nicht mehr ganz so seltenen wochenlangen Hitzeperioden im Sommer, mitunter verbunden mit hoher Luftfeuchtigkeit, die wiederum bei vielen Wetterfühligen mit starkem Schwindel einhergehen.

Dass manche Menschen bei wechselhaftem Wetter Kreislaufprobleme haben, ist zunächst einmal keine Krankheit an sich. Vielmehr bestehen bei vielen Patienten bereits Erkrankungen, wie Migräne oder ein niedriger Blutdruck, die häufig chronischer Natur sind und deren Symptome sich bei einem Wetterumschwung zunehmend bemerkbar machen. Deswegen sind Menschen höheren Alters häufiger betroffen als jüngere. Ganz einfach, weil die körperlichen Beschwerden mit zunehmenden Lebensjahren tendenziell ansteigen.

Grundsätzlich sind beispielsweise Personen, die ohnehin Probleme mit dem Herz-Kreislauf-System haben, gefährdeter, bei einem sich schnell wechselnden Wetter Schwindel zu bekommen, als andere. Erkrankungen in diesem Bereich äußern sich zum Beispiel durch einen zu hohen oder gleichermaßen durch einen zu niedrigen Blutdruck. Zu gesundheitlichen Problemen bei einem Wetterumschwung kommt es zudem verstärkt bei Menschen, die Beschwerden mit der Lunge haben oder an Atemwegsinfekten, Allergien, Asthma oder Rheuma leiden.

Dazu intensivieren sich die Kreislaufprobleme bei wechselndem Wetter zum Beispiel bei Migränepatienten noch, wenn man im Allgemeinen zu viel Stress im Alltag hat oder nicht genug schläft. Der Grund: Dies erhöht die Anfälligkeit für Kopfschmerzattacken zusätzlich und wirkt sich entsprechend negativ auf den Kreislauf aus.

Wie genau äußern sich Kreislaufprobleme bei wechselndem Wetter?

Probleme mit dem Kreislauf bei einem Wetterumschwung zu haben, beschreibt allerdings nur vage, um welche Art von Leiden es sich dabei handelt. Diese Wetterfühligkeit zeigt sich überwiegend an den folgenden Symptomen:

  • Schwindel
  • schwankender Blutdruck
  • Kopfschmerzen und Migräne
  • Müdigkeit, Erschöpfung und Niedergeschlagenheit
  • Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren oder ein- und durchzuschlafen
  • Reizbarkeit, Nervosität und innere Unruhe

Je nach dem, welche Grunderkrankungen vorliegen, kommt es neben den eigentlichen Kreislaufproblemen bei einem abrupten Wechsel des Wetters zu weiteren Begleiterscheinungen, wie:

  • Schwierigkeiten beim Atmen bis hin zu Atemnot bei Lungenerkrankungen oder Atemwegsinfekten. Dies ist zum Beispiel bei einer Hochdrucklage im Herbst der Fall, wenn es morgens sehr kalt ist und es nicht zu selten zur Bildung von Nebel kommt. In dieser nasskalten Luft lagern sich nämlich nicht nur leicht Schadstoffe ab, die sich auf die Schleimhäute legen. Darüber hinaus sorgt sie für Verkrampfungen der Atemmuskulatur.
  • Bei Rheumapatienten nehmen die Schmerzen in den Gelenken zu. Einige spüren dies bei großer Hitze, bei anderen kann hohe Luftfeuchtigkeit verantwortlich sein.

Denn: Die Probleme – die mit einem Wetterumschwung korrespondieren – unterscheiden sich je nach Individuum. Allgemein lässt sich jedoch feststellen, dass die Beschwerden umso größer sind, je plötzlicher das Wetter wechselt oder je schneller die Temperatur zurückgeht.

Wie gehe ich mit Schwindel und anderen Symptomen bei einem Wetterumschwung um?

Da Wetterfühligkeit keine selbstständige Krankheit ist, sondern deren Symptome viele Ursachen haben, steht zum einen im Fokus, die unerwünschten Beschwerden zu lindern, zum anderen dafür zu sorgen, dass diese erst gar nicht auftreten.

Natürlich sind die folgenden Empfehlungen – um Kreislaufprobleme bei einem Wetterumschwung zu behandeln – nicht zuletzt abhängig von der zugrundeliegenden Krankheit. Sprechen Sie daher am besten mit Ihrem Arzt, was für Sie geeignet und der für Sie individuell beste Weg ist.

Im Allgemeinen empfiehlt es sich, Maßnahmen zu ergreifen, die das Immunsystem stärken. Das bedeutet zum Beispiel, viel Zeit im Freien zu verbringen. Den Organismus abhärten können Sie darüber hinaus durch

  • Wechselduschen,
  • Saunagänge,
  • Kneippbäder oder
  • Anwendungen mit Infrarotlicht.

Zudem ist es wichtig, Stress zu vermeiden, um Kreislaufproblemen bei einem sich verändernden Wetter vorzubeugen. Für ausreichend Bewegung zu sorgen oder Entspannungsübungen in den Alltag einzubauen, sind dabei zwei mögliche Wege, dieses Ziel zu erreichen. Achten Sie zudem darauf, dass Sie mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit pro Tag trinken und sich ausgewogen – heißt vitamin- und nicht zu fett- oder zuckerreich – ernähren und vor allem genug schlafen. Wenn Sie zusätzlich noch auf den Konsum von Genussmitteln – wie Alkohol, Koffein und Nikotin – verzichten, können Sie einem Wetterumschwung – zum Beispiel als Migränepatient – gelassener entgegenblicken. Denn wenn Sie diese Verhaltensweisen dauerhaft umsetzen, senken Sie nicht nur die Wahrscheinlichkeit für Ihre Migräneanfälle, sondern ebenso für die damit oftmals einhergehenden Kreislaufprobleme.

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