Warum sich die Wechseljahre auch auf den Kreislauf auswirken

8. Oktober 2018
7 Min.

Die Wechseljahre (Klimakterium) bezeichnen die Zeitperiode, in der es im Körper der Frau zu hormonellen Umstellungen rund um die finale Monatsblutung kommt. Mit den Wechseljahren geht eine Vielzahl von gesundheitlichen Herausforderungen — wie zum Beispiel Probleme mit dem Kreislauf oder Schwindel — einher. Diese und andere Wechseljahresbeschwerden stellen wir Ihnen im Folgenden näher vor und teilen darüber hinaus mit, was man dagegen unternehmen kann.

Probleme mit dem Kreislauf sind in den Wechseljahren besonders häufig

Grundsätzlich gehen die meisten Mediziner davon aus, dass zwei von drei Frauen während der Wechseljahre mindestens einmal an Beschwerden rund um den Kreislauf leiden.1

Hierzu gehören unter anderem

  • Schwindel
  • Kopfschmerzen
  • körperliche Schwäche
  • Müdigkeit
  • Herzrasen

Die genauen Mechanismen, die in den Wechseljahren zu diesen Symptomen führen, sind noch nicht ausreichend erforscht. Möglicherweise schuld an der Beeinflussung des Kreislaufs ist jedoch die hormonelle Umstellung des Körpers. Vor allem das weibliche Geschlechtshormon Östrogen spielt dabei einer Rolle. Ihm wird unter anderem eine gefäßerweiternde Wirkung nachgesagt, die für gewöhnlich dafür sorgt, dass der Blutdruck sinkt.

Im Verlauf der Wechseljahre schwankt der Östrogenspiegel jedoch stark — was Folgen für den Blutdruck und damit auch für den Kreislauf haben kann. Während einige Frauen im Klimakterium einen Bluthochdruck (Hypertonie) entwickeln, kommt es bei anderen zu einem niedrigen Blutdruck (Hypotonie) oder auch zu Blutdruckschwankungen.

Welche Wechseljahresbeschwerden gibt es noch?

Im Durchschnitt setzen die Wechseljahre und die damit verbundenen Beschwerden ab einem Lebensalter von ungefähr 45 Jahren ein, wobei dies sehr individuell ist.2 Das bedeutet, dass die Wechseljahresbeschwerden bei einer Frau vielleicht schon mit 45 beginnen, bei einer anderen erst knapp zehn Jahre später.

Zu den besagten und häufig vorkommenden Problemen mit dem Kreislauf gesellen sich weitere typische Begleiterscheinungen der Wechseljahre, wie:

  • Eine nur noch unregelmäßige Monatsblutung.
  • Trockene Schleimhäute, was im Besonderen für den Genitalbereich gilt.
  • Eine nachlassende Knochenelastizität und ein damit korrespondierendes höheres Risiko, an Osteoporose (Knochenschwund) zu erkranken.
  • Kopfschmerzen oder (starke) Migräne.

Diese körperlichen Symptome von Wechseljahresbeschwerden übertragen sich — ebenso wie die hormonellen Schwankungen — häufig auf die Psyche:

  • Oftmals nimmt die Reizbarkeit von Betroffenen zu, was sich anhand von Stimmungsschwankungen manifestiert. Als Grund werden in vielen Fällen bestehende Ängste vor dem Älterwerden oder Schlaflosigkeit genannt.
  • Die emotionale Belastbarkeit nimmt ab. Manche Frauen haben Depressionen oder stecken zum Beispiel Stress im Alltag nicht mehr so gut weg, wie in den Jahren zuvor.

Insgesamt sind es also sehr viele Beschwerden, unter denen Frauen in den Wechseljahren potenziell leiden. Wichtig ist es daher zu wissen, aus welchen Gründen sich diese Wechseljahresbeschwerden genau erwachsen und wie eine zielgerichtete Behandlung dieser Symptome aussieht.

Was sind die Ursachen für Beschwerden in den Wechseljahren?

Frau in den Wechseljahren leidet an Kreislaufschwäche

Vereinfacht formuliert, ergeben sich die Wechseljahresbeschwerden im Allgemeinen aus den hormonellen Veränderungen im Körper der Frau während dieser Zeit. Die Eierstöcke stellen nämlich im Verlauf des Klimakteriums weniger des Geschlechtshormons Östrogen her, als das vormals der Fall war. Dies wirkt sich auf den ganzen Organismus aus und ist somit unter anderem eine körperliche Ursache für Probleme mit dem Kreislauf in den Wechseljahren.

Wichtig ist es, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn Beschwerden längerfristig bestehen bleiben. Denn auch wenn man den Verdacht hegt, ist nicht sämtliches körperliche Leid in diesem typischen Alter zwingend auf die Wechseljahre zurückzuführen. Ursachen für Beschwerden sollten schnellstmöglich herausgefunden werden, um mit einer Behandlung rechtzeitig gegensteuern zu können.

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Was lässt sich gegen Wechseljahresbeschwerden unternehmen?

Eines sollte bedacht werden: Wechseljahresbeschwerden sind keine Krankheit, wenngleich die damit korrespondierenden Symptome nicht nur lästig sind, sondern möglicherweise auch den Alltag einschränken. Deswegen empfiehlt es sich für Frauen, einen Experten (beispielsweise einen Gynäkologen) aufzusuchen — insbesondere dann, wenn Beschwerden in den Wechseljahren stark ausgeprägt sind.

Der Arzt klärt in einer Untersuchung, ob beispielsweise Probleme mit dem Kreislauf wie Schwindel oder hoher Blutdruck wirklich auf die Wechseljahre zurückzuführen sind oder nicht doch aufgrund einer anderen Erkrankung bestehen.

Eine mögliche Behandlung der Wechseljahresbeschwerden erfolgt dann beispielsweise durch die Gabe von Hormonen. Diese Art der Therapie gilt in der Medizin allerdings als umstritten, da noch keine aussagekräftigen Studien bezüglich der Langzeitwirkung vorliegen. Als Alternative zu Hormonpräparaten ist es möglich, pflanzliche Produkte oder Hausmittel einzusetzen: So kann Mönchspfeffer zum Beispiel gegen Hitzewallungen helfen und das Trinken von ausreichend Wasser (1,5 Liter pro Tag)3 unterstützt dabei, Schwindelanfällen vorzubeugen. Auch pflanzliche Tropfen mit beispielsweise Weißdorn, Kampfer und Maiglöckchen können positiv auf den Kreislauf wirken.

Vorbeugung von Wechseljahresbeschwerden
Vor dem Eintritt in die Wechseljahre lassen sich Maßnahmen ergreifen, welche die Gesundheit im Generellen stärken und so etwaigen Beschwerden entgegenwirken. Dazu zählt eine ausgewogene Ernährung genauso, wie das Integrieren von ausreichend sportlicher Betätigung in den Alltag oder der vollständige Verzicht auf Nikotin, Koffein und Alkohol.
Jan Henkel
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