Kreislaufprobleme durch Unterzuckerung – Symptome, Ursachen, Hilfe

22. März 2018
5 Min.

Das Frühstück ausgelassen, an einem stressigen Arbeitstag das Essen vergessen oder zu lange Abstände zwischen den Mahlzeiten: Schnell kann es zu den Symptomen einer Unterzuckerung kommen. Dabei ist nicht genug Blutzucker vorhanden und das Gehirn wird nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt. Eine Folge kann beispielsweise Schwindel sein.

Symptome einer Unterzuckerung auf einen Blick

Der Blutzuckerspiegel eines Erwachsenen liegt vor dem Essen normalerweise zwischen 60-100 mg/dl (Milligramm pro Deziliter) und nach der Nahrungsaufnahme zwischen 90-140 mg/dl. Befindet sich der Wert unter 50 mg/dl und treten Beschwerden auf, sprechen Mediziner von einer Hypoglykämie (starke Unterzuckerung).

Fällt der Blutzuckerspiegel ab, kann es zu den folgenden Symptomen kommen:

Kommt es zu einer Hypoglykämie, muss umgehend ein Arzt hinzugezogen werden. Werden die Symptome der Unterzuckerung nicht behandelt, können Komplikationen auftreten. Der plötzliche Abfall des Blutzuckerspiegels kann nicht nur Diabetiker treffen. Gegen die Symptome einer leichten Kreislaufschwäche durch eine Unterzuckerung hilft das Auffüllen der Energiereserven mit Traubenzucker.

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Ursachen für die Hypoglykämie: Zu wenig Energie in Form von Glukose

Der Körper bildet das Hormon Insulin, wenn sich Glukose, also Zucker, in der Blutbahn befindet. Über die Nahrung aufgenommen gelangt die Glucose zunächst ins Blut und wird dann verstoffwechselt oder in der Leber als Energiereserve in Form von Glukagon gespeichert. Unser Gehirn ist auf Zucker als Energiequelle angewiesen.

Eine Hypoglykämie entsteht, wenn der Glukose-Bedarf höher ist als der Vorrat im Körper. Im Normalfall kommt es bei einem niedrigen Blutzuckerspiegel zu einer Ausschüttung von Hormonen, die dann dafür sorgen, dass Zucker aus den Speichern in das Blut abgegeben wird. Funktioniert dieser Regelkreis nicht oder sind die Energiespeicher des Körpers aufgebraucht, kommt es zu den Symptomen einer Unterzuckerung. Auch wenn die Energiespeicher besonders schnell aufgebraucht werden, kann es zu einer Hypoglykämie kommen.

Zu den Ursachen für diese Fehlfunktion zählen

  • Diabetes mellitus
  • Unterfunktion der Nebennieren
  • Stoffwechselerkrankungen
  • Lebererkrankungen
  • Gestörte Nahrungsaufnahme (zum Beispiel Glutenunverträglichkeit)
  • Mangelernährung
  • Essstörungen
  • Einnahme von Medikamenten
  • Fasten
  • Diäten

Gut zu wissen:

Die Unterzuckerung kann jeden treffen: Eine vergessene Mahlzeit, eine Durchfallerkrankung oder heftiges Erbrechen kann dazu führen, dass die Glukosespeicher leer sind. Damit ist die Hypoglykämie ein möglicher Auslöser für Kreislaufbeschwerden.

Behandlung einer Hypoglykämie

Blutzuckermessung bei Mann mit Hypoglykämie

Bei Symptomen einer Unterzuckerung, müssen die Energiespeicher aufgefüllt werden. Es ist ratsam, zunächst Traubenzucker zu sich zu nehmen. Dextrose gelangt schnell in die Blutbahn und kann das Energiedefizit kurzzeitig ausgleichen. Die Kreislaufbeschwerden können sich bereits bei einer leichten Unterzuckerung zeigen, ohne dass eine gefährliche Hypoglykämie vorliegt. Jede Person reagiert anders auf einen Energiemangel. Durch das Bereitstellen von neuer Energie verschwinden leichte Symptome häufig relativ schnell.

Kommt es allerdings zu einer Hypoglykämie (Blutzuckerspiegel unter 50 mg/dl), handelt es sich um einen medizinischen Notfall. Dieser gehört in notärztliche Behandlung. Durch die mangelnde Versorgung des Gehirns kann es zu neurologischen Ausfällen und Ohnmacht kommen. Ein hypoglykämischer Schock ist lebensbedrohlich. Dies betrifft vor allem Diabetiker.

Der Arzt behandelt eine Hypoglykämie mit der Gabe von Glukose. Ist der Patient bei Bewusstsein, kann das oral in Form von Traubenzucker erfolgen. Befindet sich der Betroffene nach einem hypoglykämischen Schock in einem Koma, geschieht die Gabe über eine Infusion in die Venen. Im Falle eines Bewusstseinsverlustes kann ein Aufenthalt in einem Krankenhaus notwendig sein, um die genaue Ursache der Hypoglykämie zu ergründen. Eventuell liegt Diabetes oder eine andere bisher unerkannte Stoffwechselerkrankung vor.

Den Blutzucker stabilisieren

Um Kreislaufproblemen in Folge einer Unterzuckerung vorzubeugen, ist eine ausgewogene und vor allem regelmäßige Ernährung die beste Methode. Diabetiker sollten in ärztlicher Betreuung die medikamentöse Behandlung optimal einstellen, um Komplikationen wie eine Hypoglykämie zu vermeiden. Die regelmäßige Messung des Insulinspiegels hilft dabei, den Blutzucker zu kontrollieren und gegebenenfalls medikamentös gegenzusteuern.

Regelmäßige Bewegung kann ebenfalls dabei helfen, den Blutzuckerspiegel zu stabilisieren und in einem gesunden Bereich zu halten. Bei körperlicher Belastung ist darauf zu achten, die Energiespeicher wieder ausreichend aufzufüllen.

Lisa Vogel
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Freiberufliche Redakteurin
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