Bluthochdruck — das sind die Ursachen

Betrachtet man das menschliche Herz-Kreislauf-System, wird schnell klar, dass die Regulation des Blutdrucks einen besonders großen Stellenwert einnimmt. Störungen in diesem komplexen Regelkreis können unter anderem zum Auftreten einer Hypertonie (Bluthochdruck) führen. Lesen Sie mehr zu den Ursachen.

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Hypertonie: Ursachen des Bluthochdrucks besser verstehen

Ein hoher Blutdruck kann viele Ursachen haben. Um diese besser verstehen zu können, ist es wichtig zu wissen, welche Faktoren Einfluss auf die Entstehung der Blutdruckwerte nehmen.

Ab wann gilt der Blutdruck als „zu hoch“?

Angegeben wird der Blutdruck in der Einheit mmHg (Millimeter Quecksilbersäule). Für gewöhnlich erfolgt die Messung in einer Apotheke oder beim Hausarzt. Folgende Werte verraten Ihnen, in welchem Bereich sich Ihr Blutdruck befindet:

  • unter 120/80 mmHg: optimal
  • bis 159/99 mmHg: leichter Bluthochdruck
  • bis 179/109 mmHg: mittelschwerer Bluthochdruck
  • über 180/110 mmHg: schwerer Bluthochdruck1

Einen zu niedrigen Blutdruck haben Sie für gewöhnlich dann, wenn die Werte unter circa 105/60 mmHg fallen.2 Wichtig zu wissen: Diese Werte gelten nicht für Kinder, da ihr Blutdruck aufgrund ihrer Statur und Körpergröße niedriger ist als bei einem Erwachsenen.

Der Blutdruck eines Menschen gibt Auskunft über die Kraft, die das Blut auf die Wand der Blutgefäße ausübt. Ist er zu hoch oder zu niedrig, hat das Auswirkungen auf das gesamte Herz-Kreislauf-System und auf die Versorgung der Organe mit Sauerstoff. Abhängig sind der Blutdruck und damit auch die Ursachen einer Hypertonie vor allem von

  • der Herztätigkeit,
  • der Elastizität der Arterien (Gefäßwiderstand),
  • der Aktivität der Nieren,
  • dem Blutvolumen und
  • der Körperposition.

Im Stehen beispielsweise erhöht sich durch die Schwerkraft der Druck in den Gefäßen unterhalb der Herzebene — also vor allem in Bauch und Beinen. Diese Blutdruckerhöhung ist ganz natürlich und ungefährlich.

Unser Herz sorgt dafür, dass Blut zur Versorgung der Organe durch die Arterien fließt. Je größer die körperliche Belastung ist (zum Beispiel beim Sport), desto mehr Blut wird in den Kreislauf gepumpt. Das Blutvolumen in den Gefäßen nimmt zu und der Blutdruck steigt. Dieser Vorgang ist wichtig zur besseren Versorgung der Organe mit Sauerstoff bei einer Leistungssteigerung. Krankhaft wird der Mechanismus dann, wenn er (beispielsweise durch Schädigungen des Herzens) schon bei nur sehr leichter körperlicher Belastung eintritt.

Eine weitere Ursache für einen Bluthochdruck kann eine Veränderung des sogenannten Gefäßwiderstandes sein. Mit steigendem Alter nehmen die elastischen Fasern in der Wand der Arterien natürlicherweise ab und werden — ebenso wie bei einer Verkalkung — steifer. Die Gefäße können sich bei erhöhtem Blutvolumen nicht mehr ausreichend gut dehnen, sodass der Blutdruck steigt.

Nicht zu vergessen: die Nieren!

Da der Blutdruck und die Ursachen einer Hypertonie stark von der im Körper vorhandenen Blutmenge abhängen, spielen die Nieren als Ausscheidungsorgane eine große Rolle. Sie sind für die Regulation des Flüssigkeitshaushaltes zuständig und beeinflussen so das Blutvolumen in den Gefäßen.

Mangelnde körperliche Bewegung: Ursache für Bluthochdruck?

Aufgrund der Auswertung einer großen Beobachtungsstudie in den USA wurde festgestellt, dass Menschen mit niedriger oder mäßiger körperlicher Fitness ein etwa doppelt so hohes Risiko haben, an einer Hypertonie zu erkranken wie Menschen, die sich regelmäßig bewegen.3 Doch warum ist das so? Das Herz-Kreislauf-System muss trainiert werden, ähnlich einem Muskel, der sonst an Kraft und Funktionsfähigkeit verliert. Beim Sport wird der Körper gezwungen, den Puls, die Atmung und die Durchblutung der Muskulatur anzupassen, um leistungsfähig zu sein und weiterhin alle Organe mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen. Je seltener er diese Aufgabe erfüllen muss, desto geschwächter ist das Herz-Kreislauf-System. So verlernt der Körper nach und nach die Fähigkeit, den Blutdruck angemessen zu regulieren und mangelnde Bewegung wird zur Ursache für hohen Blutdruck.

Vorsicht!

Bei einer bereits diagnostizierten Hypertonie sollte das Sportprogramm nur auf Anraten eines Arztes und gegebenenfalls unter professioneller Anleitung erfolgen, um eine Überlastung zu vermeiden. Geeignet sind in der Regel Sportarten wie Wandern, Radfahren, Joggen und Schwimmen. Als Mindestmaß gilt: zwei- bis dreimal die Woche für etwa 30 Minuten.4

Darum zählt falsche Ernährung zu den Ursachen einer Hypertonie

Fettige und zuckerhaltige Ernährung als mögliche Ursache für Bluthochdruck

Den meisten Menschen ist bekannt, dass Übergewicht schädlich für den Organismus ist und die Ursache für Bluthochdruck sein kann. Im Umkehrschluss gilt: Wer sein Gewicht im Normalbereich hält, hat weniger oft mit Blutdruckstörungen zu kämpfen. Mittlerweile ist bekannt, dass eine Gewichtsreduktion um ein Kilogramm den unteren Blutdruckwert um zwei mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) absinken lässt.5

Um ein erhöhtes Körpergewicht als Ursache für zu hohen Blutdruck auszuschließen, ist es wichtig, auf eine ausgewogene Ernährung zu achten. Fettreiche, zuckerhaltige Speisen bringen schnell ein paar Pfunde auf die Waage. Welche Mechanismen im Körper hierbei exakt für den Anstieg des Blutdrucks verantwortlich sind, ist noch nicht abschließend geklärt.

Wie gefährlich ist Salz?

Die optimale Zufuhr von Kochsalz über die Ernährung liegt bei etwa drei Gramm pro Tag. Der reale Wert in den westlichen Industrieländern beträgt jedoch rund acht bis zwölf Gramm pro Person und Tag. Untersuchungen haben gezeigt, dass bereits ab einer regelmäßigen Menge von sechs Gramm täglich ein Blutdruckanstieg zu beobachten ist.6

Stress und Genussmittel als Ursache für den Bluthochdruck

Aufregung, Stress und Nervosität bringen unseren Körper in erhöhte Alarmbereitschaft. Der Organismus ist sozusagen auf „Gefahr“ eingestellt und sorgt automatisch dafür, dass das Herz-Kreislauf-System auf Hochtouren arbeitet, um im Notfall fliehen oder kämpfen zu können. Diesen Mechanismus verdanken wir unseren Urahnen, die auf der Jagd für alle Situationen gewappnet sein mussten. Je größer und länger sich eine solche Stressphase (zum Beispiel ein erhöhtes Arbeitsaufkommen im Berufsalltag) gestaltet, desto eher kann sie die Ursache eines Bluthochdrucks sein.

Ähnliches gilt für Genussmittel wie Tabak und Alkohol. Ihre Inhaltsstoffe aktivieren das Nervensystem und sorgen für die Ausschüttung aktivierender Botenstoffe ins Blut. Der Herzschlag wird beschleunigt und die Gefäße enggestellt — der Blutdruck steigt.

Hoher Blutdruck: Diese Ursachen sind schwer zu beeinflussen

Neben den genannten Ursachen der Hypertonie, die vor allem die eigene Lebensführung betreffen, gibt es auch Faktoren, die kaum bis gar nicht beeinflusst werden können. Hierzu zählen unter anderem:

  • Das Alter: Mit steigendem Lebensalter nimmt die Elastizität der Gefäße natürlicherweise ab und der Blutdruck erhöht sich.
  • Erbliche Veranlagung: In einigen Fällen kommt es trotz gesunder Lebensführung und ohne weitere erkennbare Ursachen zu einem Bluthochdruck. Hier diskutieren Fachärzte eine erbliche Veranlagung.
  • Hormone: Dass auch Hormone eine Rolle bei der Entstehung der Blutdruckschwankungen spielen können, wird vor allem bei Frauen in gehobenem Alter klar. Mehr als die Hälfte von ihnen entwickelt in den ersten Jahren nach der Menopause eine Hypertonie.7 Schuld daran ist die nachlassende Produktion des blutdrucksenkenden Hormons Östrogen.
  • Organschäden: Treten an Organen, die großen Einfluss auf den Blutdruck haben — zum Beispiel Herz und Nieren — Schäden durch Erkrankungen auf, kann dies Ursache für eine Hypertonie sein.

Je mehr negative Faktoren zusammenkommen, desto größer ist die Gefahr, dass ein Bluthochdruck entsteht — die Risiken für Folgeerkrankungen wie Schlaganfall oder Herzschwäche steigen. Versuchen Sie daher stets auf eine gesunde Lebensführung zu achten und regelmäßig die Termine zu den empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen. Ob Medikamente oder beispielsweise pflanzliche Tropfen zur Unterstützung des Herz-Kreislauf-Systems eingenommen werden können, entscheidet der behandelnde Arzt zusammen mit dem Betroffenen.

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1Barmer: Hohen Blutdruck senken. URL: https://www.barmer.de/blob/8580/ea0721a069d18304d27c28ffd86ebb96/data/hohen-blutdruck-senken-626990.pdf (07.06.2018).
2Rost, Richard: Lehrbuch der Sportmedizin. Köln: Deutscher Ärzte-Verlag 2002. S.424.
3Mohasseb, Iman: Dissertation, Universitätsmedizin Berlin. URL: http://www.diss.fu-berlin.de/diss/servlets/MCRFileNodeServlet/FUDISS_derivate_000000007902/Dissertation_I._Mohasseb.pdf (08.06.2018). S.7.
4Internisten im Netz: Bluthochdruck: Vorsorge und Schutz. URL: https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/bluthochdruck/vorsorge-schutz.html (08.06.2018).
5Lenz, Thomas: Hypertonie in Klinik und Praxis. Stuttgart: Schattauer GmbH 2008. S.69.
6Deutsche Hochdruckliga e.V.: Altes und Neues vom Salz. URL: https://www.hochdruckliga.de/altes-und-neues-vom-salz.html (08.06.2018).
7Deutsche Hochdruckliga: Bluthochdruck in den Wechseljahren oft unterschätzt. URL: https://www.hochdruckliga.de/pressemeldung/items/317.html (08.06.2018).