Blutdruck erhöhen mit Hausmitteln, Bewegung und Pflanzenpower

Ein niedriger Blutdruck kann unbemerkt bleiben – solange nur gelegentlich leichte Kreislaufprobleme auftreten. Liegt der Hypotonie keine schwerwiegendere Erkrankung zugrunde, wird sie zudem gesundheitlich als bedenkenlos eingestuft. Treten allerdings häufiger Symptome wie Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen oder Müdigkeit auf und wurde bereits ein dauerhaft niedriger Blutdruck diagnostiziert, besteht Handlungsbedarf, um den Blutdruck zu steigern. Aber was tun bei niedrigem Blutdruck? Es gibt unterschiedliche Ansätze, den Blutdruck zu erhöhen und den Kreislauf wieder in Schwung zu bringen.

Blutdruck erhöhen durch Bewegung und richtige Ernährung

Mittel gegen niedrigen Blutdruck: Pärchen beim Kneippen, um ihren Blutdruck zu erhöhen und langfristig zu steigern

Der Kreislauf liegt im Keller – an den Anlaufschwierigkeiten am Morgen ändert auch die erste Tasse Kaffee nur schwerlich etwas. Der chronisch niedrige Blutdruck mit andauernden Werten unter 105 zu 60 mmHg1 (Millimeter Quecksilbersäule) macht sich bemerkbar. Und so sollten Sie sich trotz Müdigkeit die Frage stellen: Was kann ich meinem Körper Gutes tun, um den Blutdruck zu erhöhen?

Solange Sie noch im Bett liegen, ist es zur Steigerung des Blutdrucks ratsam, vor dem Aufstehen erst einmal die Beine etwas zu bewegen. Gönnen Sie Wadenmuskulatur und Kreislauf einen kleinen anregenden Kick, indem Sie mehrmals die Zehen anziehen und strecken, die Füße im Gelenk kreisen und beugen und die Füße im Wechsel strecken. Lassen Sie sich zudem beim Aufstehen Zeit.

  • Sport als Therapie: Um den Blutdruck dauerhaft zu steigern, gilt es mittelfristig den inneren Schweinehund zu besiegen und häufiger zu den Sportschuhen zu greifen. Regelmäßige Bewegung und Ausdauersport an der frischen Luft sind nachhaltige Mittel, um den Kreislauf zu stabilisieren und den Blutdruck auf natürliche Weise zu erhöhen.
  • Viel Trinken: Für Hypotoniker ist es wichtig, viel zu trinken und soweit möglich auf alkoholische Getränke zu verzichten. Eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme kann eine Austrocknung des Körpers zur Folge haben, weshalb der Blutdruck zusätzlich sinken kann. Der geringere Sauerstoffgehalt der Luft während eines Fluges verstärkt den Effekt übrigens – daher gilt es, auch ohne Durstgefühl ausreichend zu trinken. Kaffee und schwarzer Tee können den Blutdruck zumindest kurzfristig steigern, sollten jedoch nur in Maßen genossen werden.
  • Ausgewogene Ernährung: Die Ernährung hat direkten Einfluss auf den Kreislauf. Bei einer Unterzuckerung, beispielsweise durch zu lange Esspausen, kann es passieren, dass der Körper das Kreislaufsystem auf Sparflamme setzt und der Blutdruck absinkt. Um Blutzuckerschwankungen weitestgehend auszuschließen und den Kreislauf stabil zu halten, sollte bei niedrigem Blutdruck grundsätzlich auf eine mineralstoff‐ und vitaminreiche Ernährung geachtet werden. Wer seinen Blutdruck steigern möchte, sollte daher Obst und Gemüse in den täglichen Speiseplan integrieren.
  • Mehrere kleinere Mahlzeiten sind besser als wenige üppige: Nach einem schweren Mahl macht sich ein niedriger Blutdruck besonders bemerkbar, da sich das Blut auf den Bauchraum konzentriert, um die Verdauungsorgane bei der komplexen Abbauarbeit zu unterstützen.
  • Nachsalzen ist erlaubt: Salz bindet Wasser im Körper und lässt den Blutdruck steigen. Ein moderat-salziges Süppchen lässt sich somit durchaus als Mittel gegen niedrigen Blutdruck einsetzen. Trotz blutdrucksteigernder Wirkung sollte die Salz-Zufuhr jedoch nicht übertrieben werden. Als Maßstab gilt – ein gesunder Erwachsener sollte am Tag maximal sechs Gramm Salz zu sich nehmen.2
  • Kreislauf-Störer Stress: Ein häufiger Auslöser für Kreislaufstörungen ist Stress. Sorgen Sie im Alltag für ausreichend Entspannung und gehen Sie achtsam mit Ihren Ressourcen um. Gezielte Entspannungstechniken wie Autogenes Training oder Yoga können sanft die Durchblutung fördern und sich so auch positiv auf den Kreislauf auswirken.
  • Starke Temperaturschwankungen vermeiden: Langes Sonnen in der sommerlichen Hitze oder ein heißes, kuscheliges Bad an einem kalten Winterabend. Beides tut der Seele gut, belastet aber den Kreislauf. Beschwerden können häufig nach einem Temperaturwechsel auftreten. Starke Schwankungen in Sachen Hitze sollten bei niedrigem Blutdruck daher möglichst vermieden werden.

Was tun bei niedrigem Blutdruck? Mit Wechseldusche den Blutdruck steigern

Warm-kalte Wechselduschen sind zumeist keine sonderlich verlockende Vorstellung, aber dennoch ein wirksames Mittel, um den Blutdruck zu erhöhen. Das Prinzip der Wechseldusche im heimischen Bad ist das gleiche wie bei traditionellen Kneipp-Anwendungen: Die kalt-warmen Reize verengen und weiten im Wechsel die Blutgefäße. Dieser Effekt regt auf natürliche Weise Kreislauf und Stoffwechsel an und wirkt sich zudem positiv auf die Abwehrkräfte aus. Wenn Sie die Möglichkeit haben, regelmäßig auch andere Wasseranwendungen nach Kneipp durchzuführen, beispielsweise Wassertreten oder kalte Armbäder in einem Kneippbecken, nutzen Sie diese Option als erfrischendes und einfaches Mittel gegen niedrigen Blutdruck.

Einmal ist keinmal: Der Erfolg der Kneipp-Therapie setzt Regelmäßigkeit voraus, weshalb die einzelnen Anwendungen als fester Bestandteil in den Alltag integriert werden sollten, um den Blutdruck langfristig zu erhöhen.

Um den Blutdruck zu steigern, empfehlen sich aus gleichen Gründen auch regelmäßige Saunagänge, Dampfbäder sowie nasse und trockene Bürstenmassagen. Die Bürstenmassage wird mit kräftigen kreisenden Bewegungen am ganzen Körper durchgeführt – immer an den Füßen oder Händen beginnend in Herzrichtung. So können Sie Ihren Kreislauf anregen, trainieren und nachhaltig ihre Abwehrkräfte stärken.

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Aus dem Arzneikasten der Natur: Mittel gegen niedrigen Blutdruck

Es gibt mehrere Pflanzen, die aufgrund ihrer kreislaufanregenden Wirkung eingesetzt werden können, um bei Hypotonie den Blutdruck zu erhöhen. Forscher der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) konnten in einer Studie3 belegen, dass Kampfer als altbewährtes Hausmittel bei Hypotonie besonders wirksam zur Steigerung des Blutdrucks eingesetzt werden kann. Der Wirkstoff aus der Rinde des Kampferbaumes konnte den Blutdruck der Testpersonen innerhalb kürzester Zeit erhöhen und verbesserte zugleich Konzentrationsfähigkeit, Hand-Auge-Koordination sowie das Kurzzeitgedächtnis. Das heimische Maiglöckchen enthält herzwirksame Glycoside, die die Herzaktion verstärken und sie regelmäßiger machen können.

Auch Weißdorn wird als Herz-Kräftigungsmittel und für seine blutdruckregulierende Wirkung geschätzt und traditionell gegen Schwindel eingesetzt. Die Selbstmedikation ist aufgrund der sensiblen Dosierungsempfehlungen jedoch nicht unbedingt sinnvoll. In gut ausgewogenen Fertigarzneimitteln wird die Weißdorn-Urtinktur im richtigen Verhältnis mit Maiglöckchen und Kampfer kombiniert und kann bei Herz-Kreislauf-Störungen als homöopathisches Mittel bedenkenlos eingenommen werden. Die Ginsengwurzel hat sich ebenso als pflanzliches Mittel gegen niedrigen Blutdruck etabliert und lässt sich auch als wohlschmeckender Tee genießen. Des Weiteren hat sich Rosmarin aufgrund seiner anregenden Wirkung unter den Heilpflanzen einen Namen gemacht.

Wann zum Arzt?
Sollten physikalische Verfahren und pflanzliche Mittel nicht den gewünschten blutdrucksteigernden Effekt erzielen, ist es ratsam, bezüglich einer Arzneimitteltherapie mit Ihrem Arzt zu sprechen. Insbesondere wenn die Symptome der Hypotonie sehr stark ausgeprägt sind und sich möglicherweise auch mit Migräne-Anzeichen überschneiden. In diesem Fall kann der Arzt Ihnen Arzneimittel gegen den niedrigen Blutdruck verschreiben. Häufig werden Medikamente aus der Gruppe der Sympathomimetika zur Erhöhung des Blutdrucks eingesetzt, dazu gehören unter anderem die Wirkstoffe Etilefrin und Ameziniummetilsulfat.
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1Menche, Nicole: Pflege Heute. Lehrbuch für Pflegeberufe. München: Elsevier 62014. S. 362.
2Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V., Vollwertig essen und trinken nach den 10 Regeln der DGE. URL: https://www.dge.de/ernaehrungspraxis/vollwertige-ernaehrung/10-regeln-der-dge/ (16.3.2018)
3„The effect of Camphor-Crataegus berry extract combination on blood pressure and mental functions in chronic hypotension – randomized placebo controlled double blind design“, Phytomedicine, Vol. 15/11, S. 914-922, November 2008